Welpe frisst draußen alles beim Gassi gehen – Was du tun kannst

Welpe frisst draußen alles vom Boden auf

Es ist ein allseits bekanntes Problem unter Hundehaltern: Der Welpe frisst draußen beim Gassi gehen alles auf, was ihm vor die Schnauze kommt. Vom harmlosen Grashalm bis zum potenziell giftigen Gegenstand scheint nichts vor dem kleinen Staubsauger sicher zu sein. Viele Hunde fressen draußen Dinge vom Boden, aber gerade bei Welpen ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt.

In unserer Hundefroh-Community berichten viele, dass sie unsicher sind, ob dieses Verhalten normal ist oder ob sie eingreifen müssen. Genau darum schauen wir uns an, warum Welpen draußen alles ins Maul nehmen und wie du sie schützen kannst.

Warum fressen Welpen alles vom Boden?

Warum frisst Welpe alles was er findet auf

Welpen erkunden die Welt mit ihrer Schnauze. Es ist ein natürlicher Instinkt, dass Welpen alles ins Maul nehmen, was ihnen beim Gassi gehen begegnet. Der junge Vierbeiner frisst draußen alles vom Boden, weil er noch lernt, was fressbar ist und was nicht.

Manche Hunde haben eine besondere Vorliebe dafür. Meinen Beobachtungen nach sind besonders Labradore davon betroffen. Das Fressen ist selten böse Absicht, sondern schlicht Neugier und Erkundungsdrang. Welpen haben keine Hände wie wir Menschen, also nutzen sie Schnauze, Zunge und Zähne, um herauszufinden, was ein Gegenstand ist. Das ist ähnlich wie bei kleinen Kindern, die alles anfassen und in den Mund nehmen. Für einen Welpen ist das ein ganz normales Entwicklungsverhalten.

Dazu kommen typische Gründe, die dieses Verhalten verstärken:

  • Neugier: Gerüche, Texturen, Geräusche und alles ist neu. Der Welpe probiert aus, was essbar ist und was nicht.
  • Zahnen: Beim Zahnwechsel juckt oder schmerzt das Zahnfleisch. Kauen lindert Druck.
  • Hunger und Appetit: Der Welpe möchte draußen alles „finden“, vor allem, wenn es gut riecht.
  • Instinkt: Hunde haben schon immer ihre Umgebung nach Futter und interessanten Dingen abgesucht.
  • Fehlende Erfahrung: Ein Welpe weiß noch nicht, was gefährlich ist. Das lernt er erst nach und nach.

Nahezu jeder Welpe zeigt diese Phase. Mit wachsender Erfahrung, ruhigen Spaziergängen und etwas Training nimmt dieses Verhalten deutlich ab. Es ist also ein typisches Verhalten. Auch eine Dissertation der Tierärztlichen Hochschule Hannover von Christine Heine zeigt, dass Welpen in der frühen Sozialisierungsphase besonders dazu neigen, Gegenstände mit dem Maul zu untersuchen. Der Grund ist eine intensivere Verarbeitung von sensorischen Reizen im Gehirn.

Gefahren durch giftige Stoffe und Gegenstände

Das Fressen vom Boden kann gefährlich werden, wenn dein Welpe auf Giftköder, scharfe Gegenstände oder verdorbene Lebensmittel stößt. Daher gilt besondere Aufmerksamkeit beim Gassi gehen. Giftköder, Rattengift oder Medikamente können lebensbedrohlich sein. Auch Knochen, Steine oder Glasscherben können zu Verletzungen führen.

Bleibe aufmerksam und beobachte deinen Welpen gut, besonders in Bereichen, in denen häufig Essensreste oder Köder liegen könnten. Mit einfachen Tipps kannst du das Verschlucken von gefährlichen Gegenständen vermeiden.

Wann sonst sollte man sich Sorgen machen?

Wenn dein Welpe dauerhaft, zwanghaft oder plötzlich mehr vom Boden frisst, kann eine Ernährungs-, Stress- oder Gesundheitsursache dahinterstecken. In der Praxis sehen wir oft, je ruhiger der Spaziergang gestaltet wird, desto weniger „Bodensuche“ zeigen Welpen.

Doch was ist nun Gefahr oder Alltag? Unbedenklich ist es, wenn dein Vierbeiner gelegentlich Gras, Blätter, kleine Stöckchen oder etwas Erde aufnimmt und danach einfach weiterspaziert.

Kritisch wird es dagegen, wenn er Dinge gezielt auffrisst oder gar nicht mehr ansprechbar ist. Warnsignale sind unter anderem das Verschlucken von Steinen oder harten Gegenständen, das Fressen von Kot, Müll oder Essensresten sowie der Kontakt zu möglicherweise giftigen Pflanzen oder Stoffen wie Schneckenkorn, Dünger oder ausgelegten Giftködern. Steckt eine sogenannte Pica-Störung dahinter und der Hund frisst auch mit zunehmenden Alter wiederholt Dinge, die eigentlich keine Nahrung sind, muss das Verhalten tierärztlich abgeklärt werden.

Auch häufiges Erbrechen nach dem Fressen vom Boden oder ein auffällig gieriges Suchverhalten können auf Stress, Mängel oder Parasiten hindeuten.

Im Alltag hilft es, auf zwei Punkte zu achten:

  • Was nimmt der Welpe auf?
  • Wie verhält er sich dabei?

Wenn dein neues Haustier Dinge nur kurz untersucht oder wieder ausspuckt, ist das normaler Entdeckungsdrang. Wenn er gierig schluckt, wegträgt oder verteidigt, solltest du eingreifen. Je härter oder scharfkantiger ein Gegenstand ist, desto höher das Risiko.

Wie gewöhne ich meinem Welpen das Fressen vom Boden ab?

Wie gewöhne ich meinem Welpen das Fressen vom Boden ab

Mit klaren Signalen, ruhigem Verhalten, positiver Bestätigung und Geduld lernt dein Welpe, draußen weniger vom Boden aufzunehmen.

Um ihn langfristig das Fressen beim Gassi gehen abzugewöhnen, ist konsequentes Training wichtig. Starte in einer ruhigen Umgebung und steigere dann langsam die Ablenkungen. Je klarer dein Kommando ist und je besser dein Timing beim Belohnen, desto schneller versteht dein Welpe, was du von ihm möchtest.

Folge dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erziehung:

  1. Abbruchkommando üben („Aus“ / „Pfui“)
  2. Leckerli am Boden blocken und richtiges Verhalten belohnen
  3. Übung nach draußen verlegen
  4. Kurze Trainingseinheiten einplanen
  5. Erfolgreiches Verhalten stets bestätigen

Viele Hundehalter unterschätzen, wie stark kontinuierliches Beibringen wirkt. Die meisten Tiere zeigen nach wenigen Wochen deutliche Verbesserungen, wenn das Kommando zuverlässig aufgebaut wurde und der Spaziergang ruhig gestaltet wird.

Wenn der Welpe trotz Training, Beschäftigung und gutem Futter exzessiv sucht oder ungewöhnliche Dinge frisst, sollte ein Tierarzt oder Verhaltenstherapeut hinzugezogen werden. So kannst du ausschließen, dass hinter dem Verhalten gesundheitliche oder tieferliegende Ursachen stecken.

Sofortmaßnahmen beim Gassi gehen

Neben den präventiven Trainingsschritten sollten Hundehalter auch auf unmittelbare Maßnahmen vorbereitet sein. Wenn dein Welpe draußen schnüffelt und sich ein ungewolltes Handeln ankündigt, ist es wichtig, früh zu reagieren und ihn direkt umzulenken. Gerade beim Spaziergang hilft es enorm, wenn dein Welpe gelernt hat, sich an dir zu orientieren und ruhig an der Leine zu gehen. Dann lassen sich folgende Sofortmaßnahmen deutlich leichter umsetzen:

  • Aufmerksamkeit umlenken („Schau“)
  • Ruhiges „Nein“ oder „Pfui“
  • Leckerli zum Tauschen anbieten
  • Leine in kritischen Bereichen kurz halten

Die Sofortmaßnahmen schützen ihn. Achte jedoch darauf, deine Signale ruhig und vorhersehbar zu geben. Je klarer dein Timing, desto leichter versteht dein Welpe, dass es sich lohnt, Dinge nicht aufzunehmen. Doch grundsätzlich ist das Erkunden gut für ein junges Tier. Du musst deinem Welpen nur dabei helfen, die vielen spannenden Reize zu sortieren.

Hilfsmittel zur Unterstützung des Trainings

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die das Training erleichtern können und als präventive Maßnahme beim Gassi gehen dienen. Besonders wenn dir bekannt ist, dass dein Welpe draußen alles frisst, habe diese Hilfsmittel stets dabei:

  • gut sitzende Leine
  • hochwertige Leckerlis
  • Clicker für klare Signale
  • Maulkorb nur in Risikobereichen
  • Anti-Giftköder-Training

Möchtest du deinen Welpen trainieren, dann bleibe dabei positiv. Ein Maulkorb wird schnell als eine Art Strafe wahrgenommen. Das musst du umgehen, denn ansonsten erschwert es das Training.

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