Welpen die Zähne putzen: Ab wann und wie du es beibringst

Welpen die Zähne putzen

Wenn du deinem Welpen die Zähne putzen möchtest, ist der richtige Start besonders wichtig. Denn im Welpenalter geht es nicht nur um saubere Zähne. Vor allem geht es darum, dass dein junger Hund Berührungen am Maul und Hundezahnpasta ruhig kennenlernt. Je früher du ihn heranführst und je entspannter du dabei vorgehst, desto leichter wird die Zahnpflege später im Alltag.

Am Anfang muss das Zähneputzen noch nicht perfekt funktionieren. Viel wichtiger ist, dass du kurze, positive Übungen aufbaust und deinen Welpen nicht überforderst. In diesem Artikel erfährst du, ab wann du deinem Welpen die Zähne putzen solltest, welche Hilfsmittel geeignet sind und wie sich dein Vierbeiner Schritt für Schritt an das Zähneputzen gewöhnt.

Ab wann sollte man Welpen die Zähne putzen?

Mit der Zahnpflege kannst du schon im Welpenalter spielerisch beginnen. Allerdings empfiehlt es sich, nicht direkt am Tag des Einzugs damit zu beginnen. Die Eingewöhnungsphase an das neue Zuhause ist von vielen neuen Eindrücken geprägt. Damit du deinen Welpen nicht überforderst, sollte diese Zeit möglichst ruhig verlaufen und nicht direkt mit zusätzlichen Übungen starten. Sobald er sich eingelebt hat und sich Routinen entwickelt haben, kannst du anfangen ihm das Zähneputzen beizubringen.

Denke nicht, dass Mundhygiene unwichtig ist, nur weil dein Welpe noch Milchzähne hat und diese später ausfallen. Auch ein Milchgebiss bedarf der Pflege. Gepflegte Milchzähne und regelmäßige Maulkontrollen können dazu beitragen, Plaque, Zahnfleischreizungen oder Auffälligkeiten beim Zahnwechsel früher zu erkennen. Außerdem lernen Welpen Maulberührungen leichter als viele erwachsene Hunde. Zahnbürste, Fingerling und Hundezahnpasta werden somit früh normal. Für die spätere Zahnpflege des Hundes ist bereits Routine aufgebaut.

Am Anfang zählt aber Routine mehr als Perfektion. Lieber sehr kurz und positiv üben als selten und mit Zwang. Der Reinigungseffekt wird vor allem dann wichtiger, wenn dein Welpe klebriges Futter bekommt, sich sichtbare Zahnbeläge bilden oder Maulgeruch auffällt.

Welche Hilfsmittel eignen sich zum Zähneputzen beim Welpen?

Geeignete Hilfsmittel für Welpen zum Zähneputzen

Das Zähneputzen beim Welpen gelingt leichter, wenn du passende Hilfsmittel nutzt und von Anfang an sanft vorgehst. So wird die Zahnpflege im Alltag deutlich einfacher und angenehmer. Für den Start eignen sich Hilfsmittel wie ein Fingerling oder eine weiche Welpenzahnbürste. Ebenso ist eine geeignete Hundezahnpasta wichtig.

Fingerling oder weiche Zahnbürste für Welpen?

Sowohl der Fingerling als auch die Zahnbürste entfernen Speiserückstände und Zahnbelag. Dadurch sind sie eine wichtige Grundlage der Zahnpflege, weil sie die Zähne direkt mechanisch reinigen.

Ein Fingerling ist eine Fingerbürste, die sich flexibel einsetzen lässt. Da du mit dem Fingerling am Zahn arbeitest, hast du ein gutes Gefühl für den Druck. Deshalb ist sie für den Einstieg bei Welpen besser geeignet als direkt eine Zahnbürste im Maul zu benutzen.

Dennoch ist eine weiche Zahnbürste generell keine schlechte Alternative. Achte lediglich darauf, dass der Bürstenkopf klein ist und zur Größe des Mauls passt, weiche Borsten hat und du unnötigen Druck auf Zähne und Zahnfleischrand meidest.

Welche Zahnpasta ist für Welpen geeignet?

Für Welpen solltest du ausschließlich eine geeignete Hundezahnpasta verwenden. Sie ist speziell für Hunde entwickelt und darauf ausgelegt, dass dein Welpe die empfohlene Putzmenge beim Zähneputzen verschlucken kann. Zudem hat Hundezahnpasta oft einen angenehmen Geschmack. Durch die verschiedenen Geschmacksrichtungen wird das Zähneputzen leichter akzeptiert.

Kann man Welpen die Zähne mit Hausmitteln putzen?

Hausmittel wie Kokosöl, Natron oder Schlämmkreide werden manchmal zum Zähneputzen beim Hund empfohlen. Für Welpen solltest du damit jedoch vorsichtig sein. Kokosöl ist zwar beliebt, ersetzt aber keine geeignete Hundezahnpasta. Natron ist für Welpen nicht empfehlenswert, weil es beim Abschlucken den Magen-Darm-Trakt belasten kann. Auch Schlämmkreide solltest du nicht selbst anmischen, da sich die richtige Dosierung und Schleifwirkung schwer einschätzen lässt.

Können Kauartikel das Zähneputzen ersetzen?

Kauartikel können die Zahnpflege beim Welpen ergänzen, ersetzen das Zähneputzen aber nicht. Durch das Kauen können Futterreste und leichte Beläge teilweise mechanisch abgerieben werden. Gleichzeitig wird das natürliche Kaubedürfnis deines jungen Hundes beschäftigt, was besonders während des Zahnwechsels angenehm sein kann. Doch Kauartikel entfernen Verschmutzungen nicht vollumfänglich.

Wie bringe ich meinem Welpen das Zähneputzen bei?

Am besten bringst du deinem Welpen das Zähneputzen Schritt für Schritt, ohne Zwang und mit viel positiver Bestätigung bei. Er soll lernen, dass Maulberührungen normal und ungefährlich sind. Gerade am Anfang reichen oft schon wenige Sekunden, damit die Übungen ruhig kennengelernt werden und er Vertrauen fassen kann.

Wenn dein Welpe sich nicht die Zähne putzen lässt, solltest du ihn nicht festhalten, einengen oder dazu zwingen. Gehe lieber wieder einen Schritt zurück, übe kürzer und nutze eine passende Belohnung, damit er das Zähneputzen nicht mit Stress verbindet. Weicht er stark aus, reagiert plötzlich empfindlich oder vermutest du Schmerzen, solltest du die Situation mit einem Tierarzt abklären.

Schritt 1: Berührungen am Maul üben

Bevor du mit dem eigentlichen Zähneputzen beginnst, solltest du deinen Welpen damit vertraut machen, am Maul berührt zu werden. Beginne mit sanften Streicheleinheiten rund um das Maul. Wenn er entspannt bleibt, kannst du vorsichtig seine Lefzen anheben. Belohne ihn direkt, wenn er ruhig bleibt. So lernt er, dass diese Berührungen nichts Schlimmes sind und lässt sie mit der Zeit immer besser zu.

Schritt 2: Finger an die Zähne und das Zahnfleisch bringen

Sobald dein Welpe Berührungen am Maul akzeptiert, kannst du einen Finger verwenden, um ihn an Berührungen im Maul zu gewöhnen. Fahre sanft über die vorderen Zähne. Wiederhole diesen Schritt regelmäßig, damit er sich an das Gefühl im Maul gewöhnt. Auch das Zahnfleisch kannst du vorsichtig kurz berühren, ohne dabei Druck auszuüben.

Schritt 3: Hundezahnpasta langsam einführen

Nicht jeder Welpe akzeptiert Hundezahnpasta sofort. Bevor du sie im Maul anwendest, kannst du dem Vierbeiner etwas von der Zahnpasta zum Schnuppern und von deinem Finger lecken lassen. So gewöhnt er sich in Ruhe an Geruch, Geschmack und das neue Ritual. Wenn das gut klappt, kannst du eine kleine Menge mit dem Finger an die äußeren Zahnflächen bringen. So verbindet dein Welpe die Zahnpflege mit etwas Positivem und nimmt sie deutlich entspannter an.

Schritt 4: Fingerling oder Hundezahnbürste einführen

Wenn dein Welpe deinen Finger gut kennt, kannst du langsam den Fingerling oder eine weiche Hundezahnbürste einführen. Feuchte die Bürste leicht an, gib etwas Hundezahnpasta darauf und lass ihn erst einmal daran schnuppern oder kurz daran lecken. Danach berührst du nur ganz kurz und mit wenig Druck die Zähne. Auch das Zahnfleisch kannst du vorsichtig kurz berühren. Wenn dabei keine Probleme entstehen, kannst du erste kleine Putzbewegungen ergänzen.

Schritt 5: Zähne richtig putzen und Routine aufbauen

Akzeptiert dein Welpe das Zähneputzen gut, kannst du langsam mit dem eigentlichen Putzen beginnen. Putze die Zähne in kleinen, sanften Kreisbewegungen und arbeite dich Stück für Stück vor. Konzentriere dich zunächst auf die äußeren Zahnflächen und arbeite dich langsam zu den Backenzähnen vor, weil sich dort Futterreste und Beläge leichter festsetzen können. Damit dein Welpe das Zähneputzen als eine positive Erfahrung wahrnimmt, lobe ihn danach. Auch ein kleines Leckerli zur Belohnung kann helfen, solange es zur Zahnpflege passt.

Nun kannst du eine Routine aufbauen. Am besten wählst du eine feste Tageszeit. Die Stimmung sollte dabei stets ruhig und entspannt sein. Nach mehrmaligem Wiederholen wird der Ablauf für euch immer normaler und das regelmäßige Putzen hilft, Zahnstein, Mundgeruch und späteren Zahnproblemen vorzubeugen.

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