Wenn dein kleiner Welpe plötzlich schlecht frisst oder vermehrt speichelt, können Zahnschmerzen dahinterstecken. Gerade während des Zahnwechsels sind Beschwerden im Maul keine Seltenheit. Viele Welpenbesitzer berichten in dieser Zeit von ganz ähnlichen Beobachtungen. Aber auch andere Ursachen können infrage kommen. Dieser Artikel hilft dir dabei, die Anzeichen und das Verhalten richtig einzuordnen und deinem Welpen bestmöglich zu helfen.
Wie erkenne ich Zahnschmerzen beim Welpen?
Zahnschmerzen beim Welpen zeigen sich oft durch Symptome wie gerötetes Zahnfleisch, Speicheln, Fressprobleme oder ungewohnt gereiztes Verhalten.
Optisch erkennst du die Schmerzen meist sehr gut. Ein deutliches Zeichen für Zahnschmerzen sind Rötungen oder Schwellungen des Zahnfleisches. Achte auch auf verstärkten Speichelfluss. Möglicherweise reibt sich der Welpe auch häufiger mit der Pfote über das Maul oder versucht, den Kopf an Gegenständen zu reiben, um den Druck zu lindern. Manchmal kannst du auch sehen, dass dein Welpe beim Futter aufnehmen zögert. Sogar eine komplette Verweigerung ist möglich.
Da Welpen generell sehr neugierig sind, können Beschädigungen am Maul schnell geschehen. Teilweise bleiben Schmerzen von Haltern sogar übersehen. Am besten, du kontrollierst das Maul regelmäßig, besonders während des Zahnwechsels.
Neben den direkten Symptomen im Maul können sich Zahnschmerzen auch durch Veränderungen im Verhalten zeigen. Manche Welpen wirken plötzlich ganz anders als sonst.
Mögliche Verhaltensänderungen bei Zahnschmerzen sind:
- ungewohnt ruhiges oder zurückgezogenes Verhalten
- eine schnellere Gereiztheit als sonst
- deutlich weniger Kauen oder Nagen
- vorsichtigeres Fressen oder ein plötzlicher Abbruch beim Fressen
- häufigeres Jaulen oder Winseln, besonders bei Berührung oder beim Fressen
Solche Veränderungen können ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass dein Welpe Schmerzen hat. Dann lohnt es sich, sein Maul genauer anzuschauen.
Was ist normal und wann solltest du mit deinem Welpen zum Tierarzt?
Während des Zahnwechsels ist es normal, dass das Zahnfleisch leicht gerötet ist und dein Welpe vermehrt auf Dingen herumkaut. Auch etwas mehr Sabbern kann in dieser Zeit vorkommen. Solange er frisst, spielt und insgesamt einen fitten Eindruck macht, sind leichte Beschwerden meist noch kein Grund zur Sorge.
Nicht abwarten solltest du bei folgenden Warnzeichen:
- starke Schwellungen im Maul
- Blutungen oder eitrige Stellen
- vollständige Futterverweigerung
- Fieber oder deutliche Apathie
- Milchzähne fallen nicht aus
- lautes Jaulen nach einem abgebrochenen Zahn
Wenn eines dieser Anzeichen auftritt, solltest du zum Tierarzt gehen. Auch anhaltende Schmerzen oder deutliches Unwohlsein sprechen dafür, die Ursache abklären zu lassen. Besonders in der Wachstumsphase gilt, geh lieber einmal zu oft zum Tierarzt als einmal zu wenig.
Welche Ursachen können hinter Zahnschmerzen stecken?
Hinter Zahnschmerzen beim Welpen steckt nicht immer nur der normale Zahnwechsel. Zwar ist er in diesem Alter eine häufige Ursache, doch auch verletzte Zähne, gereiztes Zahnfleisch oder kleine Verletzungen im Maul kommen infrage. Manche Beschwerden entstehen schleichend, andere treten ganz plötzlich auf. Umso wichtiger ist es, die möglichen Auslöser grob unterscheiden zu können.
Zahnwechsel als häufige Ursache
Der häufigste Grund für Zahnschmerzen ist der Zahnwechsel. In dieser Zeit lockern sich die Milchzähne und die bleibenden Zähne wachsen nach. Dabei kann das Zahnfleisch gereizt sein und dein Welpe vorübergehend empfindlich reagieren. Leichte Beschwerden sind deshalb nicht ungewöhnlich.
Wenn der Zahnwechsel abgeschlossen ist, sollten die Schmerzen aber nachlassen. Geeignete Kauartikel können in dieser Phase helfen, ohne das gereizte Zahnfleisch zusätzlich zu belasten.
Abgebrochener oder beschädigter Zahn
Neben dem natürlichen Zahnwechsel können auch beschädigte Zähne Zahnschmerzen verursachen. Das passiert zum Beispiel, wenn dein Welpe auf sehr harte Gegenstände beißt oder sich beim Spielen verletzt. Ein abgebrochener Zahn kann sehr empfindlich sein und deutliche Schmerzen auslösen.
Auch kleinere Risse reichen manchmal schon aus, damit Kauen unangenehm wird. In solchen Fällen sollte ein Tierarzt prüfen, ob der Zahn behandelt werden muss, damit keine weiteren Schmerzen oder Entzündungen entstehen.
Entzündetes oder gereiztes Zahnfleisch
Auch entzündetes oder gereiztes Zahnfleisch kann hinter Zahnschmerzen stecken. Auslöser sind zum Beispiel kleine Verletzungen, Futterreste oder Reizungen. Typische Anzeichen sind Rötung, Schwellung und Blutungen des Zahnfleisches. Manchmal kommt auch Mundgeruch dazu. Gerade wenn das Zahnfleisch deutlich gereizt wirkt oder dein Welpe sehr empfindlich reagiert, solltest du genauer hinschauen.
In stärkeren Fällen können hinter den Beschwerden auch Entzündungen oder Abszesse im Maul stecken. Dann wirken die Schmerzen oft deutlicher als beim normalen Zahnwechsel. Hinweise können Schwellungen, unangenehmer Maulgeruch, starke Schmerzreaktionen oder allgemeines Unwohlsein sein. Solche Probleme sollten tierärztlich abgeklärt werden, damit sich die Entzündung nicht weiter ausbreitet.
Verletzungen durch ungeeignete Kauobjekte
Nicht alles, worauf ein Welpe gern kaut, ist auch gut für seine Zähne. Sehr harte Gegenstände wie Steine, Knochen oder ungeeignete Spielzeuge können Zähne beschädigen oder das Zahnfleisch verletzen. Kleine Holzsplitter, Pflanzenreste oder andere Fremdkörper können sich auch zwischen den Zähnen oder im Zahnfleisch festsetzen und dort Schmerzen oder Entzündungen auslösen.
Besonders splittrige Kauartikel sind problematisch, weil sich kleine Teile im Maul fast unbemerkt festsetzen können. Darum solltest du deinem Welpen nur sichere und passende Kauspielzeuge anbieten.
Was kann ich tun, wenn mein Welpe Zahnschmerzen hat?
Bei Zahnschmerzen helfen oft weiches Futter, passende Kauartikel und viel Ruhe. Wichtig ist, dass du deinen Welpen entlastest, ohne sein Maul zusätzlich zu reizen.
Du brauchst meist keine komplizierten Maßnahmen, sondern vor allem einen ruhigen und vorsichtigen Umgang. Ziel ist es, das gereizte Maul zu entlasten und gleichzeitig im Blick zu behalten, ob die Beschwerden schwächer oder stärker werden.
Das kannst du unkompliziert zuhause tun, wenn dein Welpe Zahnschmerzen hat:
- weiches oder eingeweichtes Futter anbieten
- harte Kauartikel vermeiden
- weiche Kauartikel während des Zahnwechsels wählen
- auf ausreichend Wasser achten
- wildes Zerrspiel und harte Kauaktionen vermeiden
- das Verhalten deines Welpen gut beobachten
Gerade beim Zahnwechsel reichen solche kleinen Anpassungen oft schon aus. Zusätzlich können sanfte Maßnahmen helfen, das gereizte Zahnfleisch etwas zu beruhigen. Wichtig ist, dass alles sauber, sicher und nicht zu hart ist.
Sinnvolle Hilfsmittel bei Zahnschmerzen sind:
- gekühlte, feuchte Waschlappen
- spezielle Beißringe für Welpen
- gekühlte Kuscheltiere
Auf Hausmittel, die ins Maul eingerieben werden sollen oder auf Mittel aus der Humanmedizin solltest du lieber verzichten, wenn sie nicht ausdrücklich tierärztlich empfohlen wurden.
Wenn die Beschwerden aber deutlich zunehmen oder dein Welpe kaum noch frisst, solltest du nicht zu lange abwarten und einen Tierarzt aufsuchen.
Über den Autor Danny
Heute begleitet er über 360 Hundebesitzer auf dem Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Hundeleben.
Sein Ziel ist es, Hundebesitzern verständlich zu zeigen, worauf es im Alltag mit ihren Vierbeinern wirklich ankommt. Dabei möchte er ohne komplizierte Fachbegriffe und leicht nachvollziehbar als Ratgeber zur Seite stehen – mit Herz, Erfahrung und ehrlicher Leidenschaft.

