Der erste Tierarztbesuch mit deinem Welpen ist ein wichtiger Schritt, um seine Gesundheit und sein Wohlbefinden von Anfang an gut im Blick zu behalten. Doch aus meiner Erfahrung gibt es in dieser Anfangszeit Unsicherheiten und viele Hundebesitzer fragen sich, was überhaupt wirklich notwendig ist.
In diesem Artikel erfährst du, wie der Termin abläuft, welche Untersuchungen, Impfungen und Wurmkuren wichtig sind und mit welchen Kosten du ungefähr rechnen solltest. Außerdem findest du nützliche Tipps für den ersten Besuch.
Wann muss ein Welpe zum ersten Mal zum Tierarzt?
Ein Besuch beim Tierarzt kurz nach dem Einzug ist empfehlenswert. So kann der Tierarzt den allgemeinen Gesundheitszustand kontrollieren und mit dir den weiteren Impfplan sowie die Entwurmung besprechen. Der genaue Zeitpunkt allerdings hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind vor allem die Herkunft des Welpen, sein Alter und der Zeitpunkt, an dem er bei dir einzieht.
Welpen von seriösen Züchtern sind in der Regel bereits geimpft und entwurmt, wenn sie in ihr neues Zuhause ziehen. Züchter geben meist einen Impfpass und Informationen zu den bisherigen Behandlungen mit. Bei Welpen aus dem Tierschutz oder von privaten Abgebern kann der Status jedoch unterschiedlich sein. In diesen Fällen solltest du die Unterlagen prüfen und frühzeitig einen ersten Besuch beim Tierarzt planen.
Wie oft muss ein Welpe zum Tierarzt?
In den ersten Lebensmonaten muss ein Welpe meist häufiger zum Tierarzt. Das liegt vor allem daran, dass die Grundimmunisierung abgeschlossen oder fortgeführt, regelmäßige Wurmkuren besprochen und die Entwicklung kontrolliert werden müssen. Eine feste Mindestanzahl an Tierarztbesuchen im Welpenalter gibt es aber nicht. Sie hängt vom Impfstatus und vom Gesundheitszustand deines Welpen und den Empfehlungen deiner Tierarztpraxis ab.
Was macht der Tierarzt bei der ersten Untersuchung?
Beim ersten Tierarztbesuch mit dem Welpen prüft der Tierarzt Allgemeinzustand, Gewicht, Zähne, Ohren, Augen, Bauch, Impfpass und Parasiten.
Für den ersten Termin beim Tierarzt solltest du einige wichtige Dinge mitnehmen, damit der Termin möglichst entspannt abläuft. Hilfreich sind:
- Impfpass oder vorhandene tierärztliche Unterlagen
- Informationen zu Wurmkuren oder bisherigen Behandlungen
- Kotprobe, falls die Praxis darum bittet
- kleine Liste mit Fragen oder Beobachtungen von dir
- Leckerchen und eine sichere Transportmöglichkeit
So vergisst du beim Termin nichts Wichtiges und kannst die Zeit in der Praxis besser nutzen. Gerade beim ersten Tierarztbesuch ist es hilfreich, wenn du nicht nur auf die Untersuchung wartest, sondern auch deine eigenen Fragen zu Futter, Verhalten und Alltag stellen kannst. Das gilt besonders, wenn dein Welpe nach dem Einzug nicht frisst oder sich anders verhält als erwartet. Aus meiner Erfahrung wird der Termin auch gerne genutzt, um Fragen rund um den Mikrochip, den Heimtierausweis oder die spätere Kastration zu klären. So bekommst du mehr Sicherheit für die Zeit nach dem Einzug.
Allgemeiner Gesundheitscheck
Der erste Tierarztbesuch beinhaltet einen allgemeinen Gesundheitscheck, bei dem der Tierarzt den gesamten Körper deines Welpen sorgfältig untersucht. Dazu gehören das Abtasten des Bauches, der Lymphknoten und der Gelenke, um mögliche Auffälligkeiten festzustellen. Auch Herz und Lunge werden abgehört. Dieser Check ist wichtig, um den Zustand deines kleinen Vierbeiners einzuschätzen und eine gute Basis für die weitere Betreuung zu schaffen.
Kontrolle von Gewicht, Zähnen, Augen und Ohren
Ein weiterer wichtiger Kontrollpunkt beim ersten Besuch in der Tierarztpraxis ist das Gewicht. Es wird erfasst, um die Entwicklung deines Welpen zu dokumentieren und bei Bedarf Medikamente richtig dosieren zu können.
Da Auffälligkeiten an Milchzähnen oder Zahnfleisch später Probleme machen können, werden auch Gebiss, Zähne und sichtbare Veränderungen überprüft.
Augen und Ohren werden ebenfalls äußerlich untersucht, da Entzündungen, Reizungen oder Parasiten bei jungen Hunden früh erkannt werden sollten.
Impfung beim Welpen
Der Impfschutz und die Grundimmunisierung sind ein zentraler Bestandteil der tierärztlichen Betreuung im Welpenalter. Der Tierarzt überprüft den Impfpass und schaut, welche Impfungen schon gemacht wurden. Danach bespricht er mit dir, welche Termine noch fehlen. Der Impfplan richtet sich nach Alter, Herkunft, Alltag und möglichen Reiseplänen deines Welpen.
Wichtige Impfungen können unter anderem den Schutz vor Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten betreffen. Auch die Impfung gegen Tollwut wird häufig beim ersten Tierarztbesuch besprochen, wenn Reisen oder bestimmte Nachweise relevant werden. Doch Impfempfehlungen können sich ändern und hängen auch vom einzelnen Hund ab. Wenn du die aktuellen Empfehlungen nachlesen möchtest, findest du sie in der Leitlinie zur Impfung von Kleintieren der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin.
Wurmkur und Parasitenkontrolle
Wurmkuren und Parasitenkontrollen sind bei Welpen besonders relevant. Eine Wurmkur schützt nicht vorbeugend vor einer neuen Ansteckung, sondern wirkt gegen einen vorhandenen Wurmbefall. In den ersten Lebenswochen nach der Hundegeburt werden Wurmkuren trotzdem engmaschig eingeplant, weil junge Hunde besonders anfällig für Spulwürmer sind.
Die ESCCAP empfiehlt bei Hundewelpen die erste Behandlung im Alter von zwei Wochen und danach alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach Aufnahme der letzten Muttermilch. Wenn ein Welpe beim neuen Halter einzieht, hat er in der Regel die intensive Muttermilchphase schon hinter sich. Dann prüft der Tierarzt, wann und welche Entwurmungen bereits gemacht wurden und ob aktuell eine weitere Wurmkur oder eine Kotuntersuchung sinnvoll ist. Der spätere Rhythmus hängt vom individuellen Risiko ab.
Zusätzlich erfolgt eine Untersuchung auf äußere Parasiten wie Flöhe oder Zecken, damit Juckreiz, Hautreizungen oder Folgeprobleme früh behandelt werden können.
Was kostet der erste Tierarztbesuch mit einem Welpen?
Die Kosten des ersten Tierarztbesuchs hängen davon ab, ob nur eine allgemeine Untersuchung erfolgt oder zusätzlich Impfung, Wurmkur, Chip oder weitere Leistungen nötig sind. Außerdem können sie je nach Tierarztpraxis und Region variieren. Zwar gilt die Gebührenordnung für Tierärzte bundesweit, sie gibt aber einen Gebührenrahmen vor. Deshalb kann ein Termin in einer spezialisierten Stadtpraxis teurer sein als ein einfacher Kontrolltermin in einer kleineren Praxis auf dem Land.
Ein typischer Tierarztbesuch mit allgemeinem Gesundheitscheck, Beratung, Impfung und Wurmkur kann grob zwischen 100 und 200 Euro kosten. Wird zusätzlich gechippt, ein EU-Heimtierausweis ausgestellt oder eine Kotprobe untersucht, können die Tierarztkosten höher ausfallen.
Außerdem können in den nachfolgenden Lebensmonaten weitere Impfungen oder Wurmkuren anstehen. Diese sind mit weiteren Gebühren verbunden. Die voraussichtlichen Kosten kannst du beim ersten Besuch direkt in der Praxis erfragen.
Wie du den ersten Besuch beim Tierarzt mit deinem Welpen trainierst
Der erste Besuch beim Tierarzt kann für deinen Welpen aufregend sein. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, Stress zu reduzieren. Übe daher ruhig Transport und kurze Wartezeiten bereits vorab und gewöhne ihn ans Anfassen. Mit dem richtigen Training verknüpft er den Tierarztbesuch eher als positives Erlebnis.
Viele neue Eindrücke, Gerüche und Geräusche sind eine Herausforderung für Vierbeiner. Damit der Termin angenehmer wird, kannst du deinen Welpen schon vor dem eigentlichen Besuch an die Tierarztpraxis gewöhnen. Fahre ein paar Mal zur Praxis, nutze dabei die vorgesehene Transportbox und lass ihn kurz im Eingangsbereich oder Wartezimmer schnüffeln, ohne dass direkt eine Untersuchung stattfindet. Danach belohnst du ihn mit einem Snack. So ein kurzer Besuch hilft, die Umgebung vertrauter zu machen.
Die tierärztliche Untersuchung durch einen fremden Menschen kannst du zwar nicht vollständig simulieren, doch mit einfachen Übungen gewöhnst du deinen Welpen an den Umgang vor Ort. Folgende 5 Übungen kannst du bereits in den ersten Tagen nach dem Einzug immer mal zwischendurch zu Hause durchführen:
- Pfoten anheben und zwischen den Zehen berühren
- vorsichtiges Betasten der Ohren
- Lefzen, Maulhöhle und Zähne kontrollieren
- den Welpen kurz ruhig in einer Position halten
- den Welpen kurz auf eine sichere Fläche heben
Im besten Fall gewöhnst du Berührungen am Körper spielerisch. Besonders Pfoten, Ohren, Zähne und Fell sollten ruhig angeschaut und angefasst werden dürfen. Belohne deinen kleinen Hund dabei mit Leckerlis und ruhigem Lob, damit er Vertrauen aufbauen kann.
Über den Autor Danny
Heute begleitet er über 360 Hundebesitzer auf dem Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Hundeleben.
Sein Ziel ist es, Hundebesitzern verständlich zu zeigen, worauf es im Alltag mit ihren Vierbeinern wirklich ankommt. Dabei möchte er ohne komplizierte Fachbegriffe und leicht nachvollziehbar als Ratgeber zur Seite stehen – mit Herz, Erfahrung und ehrlicher Leidenschaft.

