Welpe schläft nicht durch: Ursachen & Tipps bei unruhigen Nächten

Welpe schläft nicht durch

Es ist eine Erfahrung, die fast alle frischgebackenen Hundebesitzer machen. Der neue Welpe ist da, aber die Nächte sind alles andere als erholsam. Statt gemütlich zu schlafen, wird gewinselt, getapst, geschnüffelt oder unruhig hin- und hergelaufen.

Gerade in den ersten Wochen ist das völlig normal. Dein Welpe verarbeitet unglaublich viel, muss sich erst an die neue Umgebung gewöhnen und hat noch keinen stabilen Schlafrhythmus. Aus meiner Erfahrung bedeutet das in der Praxis auch, dass wir als Hundebesitzer unruhiger schlafen. Auch als Thembi noch klein war, hat sie mich wachgehalten.

Die gute Nachricht ist, dass mit den richtigen Routinen und ein wenig Geduld jeder Welpe lernt, nachts erholsam zu schlafen.

Warum schläft mein Welpe nachts nicht durch?

Warum wird Welpe nachts ständig wach

Die ersten Nächte sind für deinen Welpen emotional und körperlich herausfordernd. Typische Gründe:

  1. Neue Umgebung: Alles riecht, klingt und fühlt sich anders an
  2. Aufregung: Ein zu aktiver oder aufregender Tag
  3. Kleine Blase: Welpen müssen realistisch alle 2–4 Stunden raus
  4. Hunger: Er besitzt noch keine festen Fütterungszeiten oder die Anzahl der Mahlzeiten am Tag passt noch nicht
  5. Trennung von Mutter & Geschwistern: ein wichtiger Sicherheitsanker fehlt
  6. Unsicherheit, Angst oder Reizüberflutung: Der Tag war oft anstrengend

Sehr junge Hunde haben insgesamt einen sehr hohen Schlafbedarf. Verschiedene Fachquellen geben an, dass Welpen über den Tag verteilt häufig 16–20 Stunden schlafen, also deutlich mehr als erwachsene Hunde. Das bedeutet aber nicht, dass sie diese Stunden am Stück bekommen. Ihr Schlaf ist in viele kurze Nickerchen tagsüber und nachts aufgeteilt.

Viele Welpen fangen erst im Alter von etwa 16–20 Wochen an, längere Schlafphasen in der Nacht zu entwickeln. In unserer Hundefroh-Community erleben wir häufig, dass gerade die Zeit zwischen der 8. und 12. Woche für viele Besitzer als „anstrengendste Phase“ empfunden wird. In dieser Zeit kommt es nicht selten vor, dass Hundebesitzer morgens feststellen, dass über Nacht Schuhe, Möbel oder andere Gegenstände angeknabbert wurden.

Kurz gesagt: Ein Welpe schläft nicht durch, weil er körperlich noch gar nicht dazu in der Lage ist und gleichzeitig emotional sehr viel verarbeitet.

Häufige Probleme nachts: Unruhe und Winseln

Unruhe und Winseln sind typische Zeichen dafür, dass dein Welpe nachts Unterstützung braucht. Viele junge Tiere schlafen tagsüber zu viel oder sind abends überdreht. Beides kann nachts zu Unruhe führen. Eine Auswertung aus dem Generation Pup-Projekt zeigt, dass 16-Wochen-Welpen zwar insgesamt mehr Stunden am Tag schlafen als erwachsene Hunde, dafür aber nachts kürzere Schlafphasen haben. Das erklärt, warum junge Hunde nachts oft unruhiger wirken als ältere. Winseln ist also eine Form der Kommunikation. Finde die Ursache und die Probleme werden weniger.

Wann sollte ich bei nächtlichen Unruhen einen Tierarzt konsultieren?

In den meisten Fällen sind die nächtlichen Unruhen eines Welpen auf Anpassungsschwierigkeiten oder natürliche Bedürfnisse zurückzuführen. Wenn dein Welpe jedoch trotz aller Bemühungen weiterhin nachts unruhig ist, schlecht schläft oder andere besorgniserregende Symptome zeigt, solltest du einen Tierarzt konsultieren.

Wenn gesundheitliche Probleme oder Schmerzen die Ursache sind, melde dich bei einem Tierarzt. Dieser kann dann untersuchen, warum dein Welpe nachts nicht durchschlafen kann und gegebenenfalls weitere Behandlungen einleiten. Das ist auch deswegen wichtig, weil eine schwierige Welpenphase langfristige Folgen haben kann. Nach meiner Erfahrung können diese sowohl körperlich, wie auch psychisch Spuren hinterlassen.

Was kann ich tun, wenn der Welpe unruhig schläft?

Was tun wenn Welpe unruhig schläft

Die ersten Nächte sind für euch beide neu. Dein Welpe braucht Struktur und Sicherheit. So erleichterst du ihm die erste Zeit:

  • Letzte Fütterung ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen
  • Ruhige Abendroutine
  • Ein fester, beruhigender Schlafplatz
  • Optional ein ihm gekannter Gegenstand mit vertrautem Geruch beiliegt

Eine Fellnase lernt besser, wenn Abläufe klar sind und du entspannt bleibst. Wiederkehrende Routinen und vorhersehbare Abläufe reduzieren Stress und das erleichtert es ihm, neue Situationen zu verarbeiten. Das Schaffen einer konsistenten Umgebung ist die wirksamste Methode deinem Welpen dabei zu helfen, nachts durchzuschlafen.

Wie man eine Schlafroutine bei Welpen etabliert

Um deinem Welpen zu helfen, nachts zur Ruhe zu kommen und die ganze Nacht durchzuschlafen, gibt es verschiedene beruhigende Maßnahmen. Eine feste Routine kann Wunder erzeugen und hilft deinem Welpen auch nach den ersten Tagen enorm, den Tag zu strukturieren und Tagesphasen einzusortieren. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Regelmäßige Fütterungszeiten
  • Geregelte Gassirunden
  • Geistige und körperliche Auslastung tagsüber
  • Strikte Lösezeiten
  • Keine wilden Spiele kurz vor dem Schlafen

Vierbeiner schlafen besser, wenn sie vorher ausgelastet sind. Für Welpen eignen sich z. B. Schnüffelspiele. Ich empfehle, den Tag in kurze Aktivitätsphasen und viele kleine Ruhephasen zu gliedern, statt ihn „durch den Tag zu ziehen“. Das hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Ist dein Welpe am Abend noch sehr aufgedreht, kann ein entspannter Spaziergang dabei helfen, dass er zur Ruhe kommt.

Vermeide es, deinen Welpen zu füttern, ihm ein Leckerli zu geben oder mit ihm zu spielen, wenn er nachts aufwacht. Dies könnte ihn nur ermutigen, auch in Zukunft aufzuwachen. Wenn er unruhig ist, versuche, ihn mit sanfter Stimme zu beruhigen, ohne ihn aus seinem Bettchen zu nehmen.

Ein typischer Fehler von Hundebesitzern ist es, dem Welpen bei nächtlichen Aufwachen zu belohnen. Dazu gehört ebenfalls, ihm viel Aufmerksamkeit zu geben. Wenn kein echtes Bedürfnis vorliegt, muss er nicht getröstet werden. Ignoriere Winseln, damit er lernt, allein zu schlafen.

Der ideale Schlafplatz für Welpen: Komfort im Hundebett

Der richtige Schlafplatz macht viel aus. Dieser ist ein Platz, an dem sich der Welpe sicher und geborgen fühlt. Achte darauf, dass das Bett:

  • ruhig liegt (kein Durchgangsbereich)
  • nicht in der Zugluft steht
  • einen weichen Untergrund hat und gemütlich ist
  • einen sicheren Rand hat
  • nach einem ihm angenehmen Geruch riecht
  • nachts zugänglich bleibt
  • Sicherheit gibt

Ein sicherer, fester Schlafplatz gibt deinem Welpen Orientierung und reduziert nächtliche Unruhe deutlich. Eine Untersuchung zur Schlafentwicklung bei Familienhunden zeigt, dass das Nervensystem im ersten Lebensjahr noch reift und Hunde in dieser Zeit empfindlicher auf Reize reagieren. Ein sicherer, ruhiger Ort hilft also besonders.

Der Schlafplatz spielt eine wichtige Rolle dabei, ob dein Welpe unruhig schläft oder nachts durchschlafen kann. Viele Welpen schlafen besser, wenn der Platz abgedunkelt ist oder ein gedimmtes Nachtlicht brennt. Es eignen sich Hundebetten, -boxen oder -höhlen in angenehmer Raumtemperatur. Auch ein erholsames Körbchen hilft bei der Nachtruhe.

Da er auch tagsüber schläft, solltest du ebenso auf potenzielle Störfaktoren am Tag achten und vermeiden. Starke Sonneneinstrahlung, Überhitzungen, aber auch kalte Umgebungen sind ungeeignet.

Außerdem sollte das Bettchen vom Welpen weich und gemütlich sein, damit er sich wohl und sicher fühlt. Du kannst auch ein von dir getragenes Kleidungsstück wie ein T-Shirt oder eine Kuscheldecke hinzugeben, damit dein Welpe deinen Geruch wahrnimmt und sich geborgener fühlt. Dies kann besonders in den ersten Nächten in der neuen Umgebung sehr beruhigend wirken.

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