Welpe sabbert plötzlich viel – die Gründe und was du tun kannst

Welpe sabbert viel

Wenn dein Welpe plötzlich stärker sabbert, kann das erst einmal beunruhigend sein. Doch nicht immer steckt gleich ein ernstes Problem dahinter. Viele Welpenbesitzer sorgen sich in den ersten Monaten. In dem Fall sind Sorgen aber meist überflüssig. In diesem Artikel erfährst du, was Symptome und Ursachen von vermehrter Speichelproduktion sind und wie du in den einzelnen Situationen reagieren kannst.

Ist es harmlos, dass ein Welpe plötzlich sabbert?

Plötzliches Sabbern beim Welpen ist häufig harmlos und hängt oft mit Entwicklung, Zahnen oder Aufregung zusammen. In seltenen Fällen kann es aber auch andere Ursachen haben.

Wie beim erwachsenen Hund gilt auch für Welpen Speichelfluss als ein natürlicher Vorgang und dient unter anderem der Befeuchtung des Mauls sowie der Vorbereitung der Verdauung. Wenn die Speicheldrüsen auf einmal mehr Speichel produzieren, muss das also nicht automatisch ein Symptom für eine Erkrankung sein.

Gerade bei Welpen gibt es bestimmte Phasen, in denen vermehrte Speichelproduktion häufiger vorkommt. Kurzzeitiges Sabbern im Zusammenhang mit Zahnen, Aufregung oder neuen Eindrücken gehört häufig zur normalen Entwicklung. Solange dein noch sehr junger Hund ansonsten munter ist, normal frisst und sich wie gewohnt verhält, besteht meist kein Grund zur Sorge.

Entscheidend, ob das Speicheln harmlos ist, sind die Stärke und Dauer des Speichelflusses und in welchem Zusammenhang er auftritt.

Wann Sabbern beim Welpen gefährlich sein kann

Anhaltendes, starkes oder einseitiges Sabbern beim Welpen kann jedoch auf ernsthafte Probleme hinweisen. Wenn dein Welpe sabbert und der vermehrte Speichelfluss über längere Zeit anhält oder besonders ausgeprägt ist, solltest du aufmerksam werden.

Entscheidend ist dabei ebenso, ob weitere Auffälligkeiten hinzukommen oder sich das Verhalten deines Welpens verändert. In den folgenden Situationen solltest du mit deinem Welpen nicht abwarten und einen Tierarzt aufsuchen:

  • einseitiges Sabbern oder Speichel, der dauerhaft aus dem Maul läuft
  • starke Mattigkeit, Apathie, Zittern oder Verwirrtheit
  • Anzeichen von Überhitzung, besonders bei warmen Temperaturen
  • sichtbare Verletzungen oder starke Schmerzen im Maul

Auch Futterverweigerung in Verbindung mit starkem Sabbern ist ein Warnsignal. Hier solltest du vorher aber ausschließen, dass dein Hund sein Futter nur deswegen nicht mehr frisst, weil er es nicht mehr mag. Schmerzen im Maul, eine Entzündung oder Übelkeit können dazu führen, dass dein Welpe mehr speichelt und nicht mehr fressen möchte oder sogar kann.

Bei schaumigem oder blutigem Speichel musst du mit Vergiftungen, Verletzungen oder schweren Entzündungen rechnen und es erfordert eine sofortige tierärztliche Abklärung.

Warum sabbert ein Welpe stark?

Welpe sabbert beim Autofahren durch Aufregung

Die folgenden Beispiele zeigen typische Alltagssituationen, in denen vermehrter Speichelfluss auftreten kann und die Ursachen dazu.

Sabbern beim Fressen und Trinken

Dass dein Welpe beim Fressen oder Trinken sabbert, ist eine der häufigsten normalen Ursachen. Vorfreude auf Futter, intensives Kauen oder bestimmte Konsistenzen können die Speichelproduktion deutlich anregen. Der Speichelfluss beim Welpen erleichtert das Schlucken und das befeuchtet das Maul.

Vieles Speicheln tritt auch in Zusammenhang mit schmackhaftem Futter oder neuen Leckerlis auf. In diesen Fällen ist es sogar ein positiver Grund. In der Regel ist dieses Sabbern nur kurzzeitig und verschwindet nach dem Fressen wieder. Solange keine weiteren Auffälligkeiten auftreten, besteht kein Grund zur Sorge.

Starker Speichelfluss beim Zahnen

Besonders in der Welpenzeit kann das Zahnen die Ursache sein. Während des Zahnens kommt es häufig zu vermehrtem Speichelfluss, da das Durchbrechen der neuen Zähne das Zahnfleisch reizt. Das tritt dann manchmal schon während des zweiten Lebensmonats in der Phase der Milchzähne auf.

Häufiger aber noch im Alter von etwa dem 4. bis 7. Lebensmonat ist vermehrter Speichelfluss auf das Zahnen zurückzuführen. In dieser Zeit sind auch auffälliges Kauen oder kurze Phasen von Unruhe nicht ungewöhnlich. Der Zahnwechsel ist in der Regel unbedenklich. Wenn allerdings weitere Symptome wie starke Zahnschmerzen, Fressunlust oder anhaltende Entzündungen auftreten, dann solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Vieles Sabbern im Schlaf

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Welpe im Schlaf sabbert. Oft liegt das daran, dass die Muskulatur im Maul entspannt ist und produzierter Speichel nicht geschluckt wird.

Einige Welpen neigen zudem in bestimmten Situationen nachts generell eher zum Sabbern. Wenn sie dabei auffällig nicht schlafen können, könnten Unsicherheit, Aufregung und noch keine festen Routinen die Ursachen sein.

Speicheln beim Autofahren

Autofahren führt sehr häufig zu Aufregung oder Stress. Gerade bei jungen Welpen ist es eine so besondere Erfahrung, dass weitere Verhaltensänderungen auftreten können. Plötzliches Sabbern kann eine davon sein.

Außerdem kann das Autofahren zusätzlich Übelkeit auslösen, was den Speichelfluss verstärkt. In solchen Situationen kann es helfen, für mehr Ruhe zu sorgen oder stressige Reize zu reduzieren.

Magenprobleme oder Übelkeit

Magenprobleme oder generelle Übelkeit zählen ebenfalls zu den möglichen Ursachen, wenn ein Welpe plötzlich stark speichelt. Dabei produziert der Körper vermehrt Speichel, um die Magensäure zu neutralisieren. Das kann dazu führen, dass Welpen häufiger schlucken, obwohl sie nichts fressen oder trinken. Dieser Zusammenhang wird auch in tiermedizinischen Fachartikeln beschrieben, die sich mit Übelkeit und vermehrtem Speichelfluss bei Haustieren befassen. Das hat auch häufiger zur Folge, dass der Hund nachts im Schlaf schmatzt.

Zeigt dein Welpe zusätzlich Symptome wie Würgen und Erbrechen, Fressunlust, starkes Hecheln oder Durchfall, solltest du der Ursache beim Tierarzt auf den Grund gehen. Hinter dem Sabbern kann eine harmlose Magenverstimmung, aber auch eine ernstere Erkrankung stecken.

Fremdkörper oder Zahnprobleme im Maul

Ein Fremdkörper im Maul oder rund um die Schnauze kann ebenfalls dazu führen, dass dein Welpe mehr sabbert. Befindet sich etwas im Rachen, zwischen den Zähnen oder nahe der Lefzen und Maulregion ein Problem wie beispielsweise ein Splitter oder eine Entzündung, wird der Speichelfluss reflexartig angeregt. Ebenso ein Tumor, der die Speicheldrüsen beeinflusst, kann ein Grund sein.

Versuche vorsichtig, das Maul deines Hundes zu kontrollieren, um festzustellen, ob etwas sichtbar ist. Dabei kann es sich auch um Zahnstein handeln.

Was kann man gegen das Sabbern tun?

Sabbern selbst lässt sich nicht gezielt abstellen, doch du kannst einige einfache Maßnahmen ergreifen, um mögliche Auslöser zu reduzieren und deinem Welpen den Alltag zu erleichtern.

Folgende Schritte können helfen:

  • Maul vorsichtig kontrollieren: Wenn es gefahrlos möglich ist, prüfe kurz, ob sich ein Fremdkörper, Futterreste oder kleine Verletzungen im Maul befinden.
  • Stress reduzieren: Vermeide übermäßige Aufregung und sorge für einen ruhigen Tagesablauf mit festen Routinen und ausreichend Ruhephasen.
  • Ruhe beim Fressen: Hastiges Fressen oder starke Vorfreude auf Futter können die Speichelproduktion erhöhen. Ruhiges Füttern kann das Sabbern reduzieren.
  • Bei Hitze für Abkühlung sorgen: Frisches Wasser, Schatten und Pausen helfen, Überhitzung zu vermeiden, die ebenfalls mit starkem Speicheln einhergehen kann.
  • Verhalten beobachten: Achte darauf, ob das Sabbern nur kurzzeitig auftritt oder sich verändert und ob weitere Symptome hinzukommen.

Wenn dein Welpe plötzlich viel sabbert, geht es allerdings weniger darum, etwas zu „tun“, sondern darum, das Verhalten richtig einzuordnen. Achte darauf, ob der Speichefluss nur vorübergehend auftritt oder über mehrere Stunden anhält. Meistens besteht kein dringender Zeitdruck und Hundebesitzer müssen nicht panisch reagieren.

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