Welpe kaut alles an – 4 verschiedene Ursachen & Lösungen

Welpe kaut alles an

Kaum liegt etwas herum, wird es neugierig angeknabbert. Besonders Welpen lieben es trotz Spielzeug zu kauen. Dabei ist fast kein Gegenstand sicher. Diese Phase ist also ein durchaus bekanntes Problem vieler frischgebackener Hundebesitzer.

Häufig treten Fragen auf, warum ein Welpe alles ankaut, wann es zu einem Problem wird oder was man dagegen tun kann. Fast immer steckt eine ganz natürliche Entwicklung im Welpenalter dahinter. Hier findest du Informationen und Tipps, um deinem Vierbeiner das unerwünschte Knabbern Schritt für Schritt abzugewöhnen und eure gemeinsame Zeit entspannt zu gestalten.

Warum kaut mein Welpe alles an?

Welpen erkunden ihre Welt mit dem Maul. Neugier ist der häufigste Grund für ständiges Kauen beim Hund. Auch Zahnen, Langeweile oder Stress können Auslöser sein.

Dass dein Hund im Welpenalter alles anknabbert, gehört meist ganz natürlich zu seiner Entwicklung. Welpen entdecken ihre Umwelt mit dem Maul. Vorstellbar ähnlich wie kleine Kinder mit den Händen. Dabei testen sie verschiedene Materialien, Formen und Widerstände.

Neben dieser natürlichen Erkundung spielen auch körperliche und emotionale Faktoren eine Rolle. Die typischen Gründe im Überblick:

1. Erkundsverhalten im Welpenalter

Dass dein Hund im Welpenalter alles ankaut, ist ein natürlicher Teil seiner Entwicklung. Da Vierbeiner keine Hände haben, nutzen Welpen ihr Maul, um ihre Umwelt kennenzulernen. Dieses Verhalten sieht man bei vielen Hunderassen gleichermaßen drinnen wie draußen. Manche Welpen erkunden ihre Umwelt sogar so intensiv, dass sie unterwegs alles aufnehmen oder probieren möchten. Selbst erwachsene Hunde testen neue Gegenstände wie herumliegende Steine zunächst mit dem Maul, allerdings deutlich kontrollierter.

2. Zahnwechsel & Kaubedürfnis

Ein weiterer häufig vorkommender Grund, warum Welpen knabbern, ist der Zahnwechsel. Zwischen dem dritten und siebten Monat verlieren Welpen ihre Milchzähne und bekommen ihr bleibendes Gebiss. Während des Zahnwechsels ist das Zahnfleisch oft empfindlich. Kauen auf Gegenständen wie Schuhe oder Möbel kann den Druck lindern. Daher ist in dieser Phase ein erhöhtes Kaubedürfnis nichts Ungewöhnliches.

3. Langeweile, Unterforderung und Aufmerksamkeit suchen

Wenn ein Welpe nicht genügend geistig und körperlich ausgelastet ist, kann auch Langeweile dazu führen, dass der Welpe auf allem um sich herum kaut und deine Wohnung vor nichts mehr sicher ist. Besonders beliebt sind dabei leicht erreichbare Gegenstände, die einen Duft von dir tragen. Ein gelangweilter Welpe sucht sich Beschäftigung und das Anknabbern von Möbeln oder das Ablecken von Oberflächen wie Teppichen ist für ihn oft eine Möglichkeit, diese Energie abzubauen. Auch kaut und zieht ein Welpe gerne an der Hundeleine, damit du ihm Aufmerksamkeit schenkst.

4. Stress, Unsicherheit oder Alleinsein

Stress, Unsicherheit oder Trennungsangst sind weitere mögliche Ursachen. Wenn dein Welpe alleine ist und sich unsicher fühlt, kann er beginnen, einen verbotenen Gegenstand zu bearbeiten. Dieses Verhalten ist meist kein Trotz, sondern ein Ausdruck innerer Anspannung. Ähnlich wie Menschen an Fingernägeln knabbern oder mit einem Stift spielen, kann das Kauen beim Hund Stress abbauen. Demnach ist nicht nur Unter-, sondern auch Überforderung ein potentieller Verstärker des Kauens.

Ist das ständige Knabbern bei Welpen normal?

Welpe knabbert an Möbeln in Wohnung herum

Ja, Kauen gehört zur Entwicklung beim Hundewelpen und ist natürliches Verhalten im Welpenalter. Besonders während des Zahnwechsels ist intensives Knabbern bei Welpen meist völlig normal. Solange Gegenstände nicht massiv zerstört werden oder gesundheitliche Gefahren bestehen, ist es meistens auch unproblematisch.

Problematisch wird das Verhalten, wenn es exzessiv, zerstörerisch oder stressbedingt auftritt und sich nicht durch Alternativen umlenken lässt. Frisst dein Welpe wiederholt ungewöhnliche Gegenstände, kann in seltenen Fällen auch ein sogenanntes Pica-Syndrom dahinterstecken. Du solltest also genauer hinschauen, wenn dein Welpe alles anknabbert, obwohl ausreichend Auslastung vorhanden ist oder wenn er Stressanzeichen zeigt. Auch wenn das Kauen nach Abschluss des Zahnwechsels nicht nachlässt und auch kein Interesse an Kauspielzeug oder einem Kauknochen findet, dann ist das ein untypisches Verhalten und dein Handeln gefragt. In solchen Situationen kann ein Hundetrainer helfen, organische Ursachen oder tieferliegende Verhaltensprobleme auszuschließen.

Was kann ich tun, wenn mein Welpe alles ankaut?

Mit klarer Führung, passenden Kaualternativen und positiver Erziehung lässt sich das Knabbern meist gut in sichere Bahnen lenken.

Eine durchdachte Planung des Haushalts ist der erste Schritt. Räume alle potenziell gefährlichen oder wertvollen Gegenstände weg, die dein Welpe nicht ankauen soll. Was nicht erreichbar ist, kann nicht kaputt gehen oder beschädigt werden und du musst nicht ständig eingreifen.

Ein sicherer und strukturierter Raum reduziert ebenfalls Stress für dich und für deinen Welpen. Weniger Stress bedeutet weniger Überforderung. Auch ein übermüdeter oder überreizter Welpe kaut häufiger. Ausreichend Schlaf, feste Routinen und Struktur geben Sicherheit und helfen, um sich selbst zu regulieren. Ein entspanntes Tier hat deutlich weniger Bedürfnis, wahllos alles um sich herum anzuknabbern.

Auslastende Aktivitäten wie in Spielstunden oder Agility Training in Hundeschulen können helfen, Energie sinnvoll umzuleiten. Ein gelangweilter Welpe sucht sich Beschäftigung und das Anknabbern von Holzbeinen an Möbeln in der Wohnung ist für ihn oft eine Möglichkeit, diese Energie abzubauen.

Biete deinem Welpen zusätzlich sichere und altersgerechte Alternativen wie Kauspielzeuge oder einen Kauknochen an. Achte darauf, dass sie robust sind und keine verschluckbaren Kleinteile enthalten. Unterschiedliche Materialien können helfen, das Kaubedürfnis besser zu befriedigen. Tausche verbotene Gegenstände ruhig und konsequent gegen erlaubte Alternativen aus und gib es deinem Welpen zu verstehen. So lernt dein Hund, was erwünscht und was verboten ist.

Warum Strafen das Problem oft verstärken

Strafen verstärken unerwünschtes Kauen oft, weil sie nicht die Ursache lösen, sondern zusätzlichen Stress erzeugen. Stress wiederum fördert Angst oder Unsicherheit. Und genau das kann das Knabbern intensivieren.

Grundsätzlich ist das Kauen ein Grundbedürfnis und kein Fehlverhalten. Deshalb versteht dein Welpe nicht, warum er bestraft wird. Er erlebt nur Stress und ihm fällt es schwer, die Verbindung zum Kauen herzustellen.

Positive Verstärkung und ruhiges Umlenken sind nachhaltiger und stärken eure Bindung langfristig. Achte allerdings darauf, ob der Welpe nicht nur Aufmerksamkeit sucht. Dann nämlich solltest du sein Verhalten eher ignorieren und gar nicht darauf eingehen. Aufmerksamkeit in jeglicher Form würde das Verhalten verstärken, weil der Welpe genau das bekommt, was er gesucht hat und sich damit bestätigt fühlt.

Ähnliche Beiträge