Neuer Welpe frisst am ersten Tag nach dem Einzug nicht – warum?

Welpe frisst nicht nach Einzug

Ein neuer Welpe ist ein aufregendes Ereignis für die ganze Familie. Doch manchmal kommt es vor, dass der noch sehr junge Hund am ersten Tag nach dem Einzug im neuen Zuhause nicht fressen mag. Das ist normalerweise kein Grund zur Panik. Trotzdem ist es wichtig, die möglichen Ursachen zu verstehen und zu wissen, wann ein Tierarztbesuch sinnvoll ist.

In diesem Artikel geht es um die 6 häufigsten Gründe für Appetitlosigkeit bei Welpen. Außerdem erfährst du, wie du deinem Vierbeiner in der Eingewöhnungszeit helfen kannst.

Warum frisst mein Welpe nach dem Einzug nicht?

Welpe erkundet aufgeregt neues Zuhause am ersten Tag

Recht viele Welpen fressen direkt nach dem Einzug zunächst wenig oder gar nicht. Häufig stecken Stress, Umstellung und ungewohnte Abläufe dahinter.

Es ist verständlich, dass du dir Sorgen machst, wenn dein neues Familienmitglied nicht fressen will. Gerade in den ersten Tagen nach dem Einzug soll möglichst alles reibungslos verlaufen. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass er am Einzugstag kaum Appetit zeigt. Das kann verschiedene Ursachen haben, die oft miteinander zusammenhängen. Der Umzug selbst ist ein großer Einschnitt im Leben des kleinen Vierbeiners. Die Trennung von seiner Mutter und seinen Geschwistern, die ungewohnte Umgebung und die vielen Eindrücke können insgesamt dazu führen, dass der Welpe nicht fressen mag.

Viele Gründe für eine Futterverweigerung am ersten Tag sind harmlos und vorübergehend. Die häufigsten möglichen Gründe für Appetitlosigkeit sind:

1. Stress und Aufregung durch neue Umgebung

Die neue Umgebung ist für einen Welpen überwältigend. Wirklich alles ist fremd. Gerüche, Geräusche und neue Besitzer sind aufregend, doch auch stressig. Dieser Stress kann dazu führen, dass der Welpe direkt nach dem Einzug nicht fressen will. Er ist abgelenkt, verunsichert und muss erst einmal lernen, sich in seinem neuen Zuhause zurechtzufinden.

Stress und Aufregung sind zwar die häufigste Ursache für die anfängliche Futterverweigerung. Doch dieses Problem legt sich in der Regel schnell. Biete ihm einen ruhigen und sicheren Ort, an dem er sich entspannen kann. Vermeide laute Geräusche und zu viele Besucher am ersten Tag. So kann sich der Vierbeiner langsam an die für ihn noch unbekannte Situation gewöhnen.

2. Trennung von Mutter und Wurfgeschwistern

Ein weiterer wesentlicher Faktor für die Futterverweigerung eines Welpen ist die Trennung von seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern. Diese Trennung stellt für den sehr jungen Hund eine erhebliche emotionale Belastung dar. Er verliert nicht nur seine vertraute Umgebung, sondern auch seine engsten Bezugspersonen. Dieses Gefühl der Verunsicherung und des Verlustes kann dazu führen, dass dem Welpen nicht nach Fressen ist. Er braucht nun eine neue Lieblingsperson. Viel Zuneigung und Geborgenheit sind hier der Schlüssel zu seinem Herzen.

3. Ungewohntes Futter

Ein weiterer möglicher Grund ist ungewohntes Futter. In den ersten Lebenswochen erhalten Welpen zunächst Muttermilch. Nach der Erstmilch werden sie nach und nach entwöhnt. Viele Züchter steigen dann auf ein Welpenfutter um. Dieses Futter ist aber nicht zwingend das, was du ihm später anbietest. Wenn der Welpe das Futter vom neuen Halter also noch nicht kennt, kann neues Futter zunächst auf Ablehnung stoßen.

Auch kann ein plötzlicher Futterwechsel zu Verdauungsproblemen führen. Daher ist es ratsam, das Futter des Züchters zunächst beizubehalten. Wenn gewünscht, kannst du danach langsam umsteigen. Lass dir dazu einfach ein paar Portionen beim Züchter mitgeben. So kannst du direkt nach dem Einzug das bisherige Futter beibehalten und anschließend langsam umstellen.

4. Fehlende Futterroutine oder zu viele Leckerlis

Eine feste Futterroutine ist für Welpen sehr wichtig. Sie gibt ihnen Sicherheit und Struktur. Solange der Welpe in seinem neuen Zuhause keine festen Fütterungszeiten hat, kann das zu Unsicherheit und Appetitlosigkeit führen. Zudem neigen vor allem erstmalige Hundebesitzer dazu, ihrem Haustier viele Leckerlis zu geben. Jedoch frisst ein Welpe mehrmals täglich. Snacks zwischen den Mahlzeiten führen schnell dazu, dass er keinen Hunger mehr hat. Achte deshalb auf feste Fütterungszeiten und begrenze die Menge an Leckerlis.

5. Welpe ist im Zahnwechsel

Der Zahnwechsel ist ein weiterer Grund, warum ein Welpe weniger Appetit haben könnte. Ungefähr ab dem vierten Lebensmonat beginnen die Milchzähne auszufallen und die bleibenden Zähne kommen durch. Dieser Prozess kann schmerzhaft sein. Wenn du dein neues Familienmitglied genau zu dieser Zeit bekommst, ist das eine naheliegende Ursache. Beim Zahnwechsel ist insbesondere Trockenfutter beim Kauen unangenehm. Wenn du dir unsicher bist, ob und wann dein Welpe Trockenfutter fressen darf, versuche ihm vorerst eher weichere Alternativen anzubieten. Versuche ihm dann weichere Alternativen anzubieten. Für viele Welpen ist der Zahnwechsel eine Phase, in der Fressen und Kauen zeitweise weniger angenehm sind.

6. Unverträgliches Futter, Allergien oder Vorerkrankungen

In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass der Welpe das Futter aufgrund einer Futterunverträglichkeit, einer Allergie oder einer Vorerkrankung verweigert. Viele Bestandteile eines neuen Futters sind auch noch fremd für den Welpen und dadurch eine potenzielle Herausforderung bei der Verdauung. Mögliche Unverträglichkeiten sind oft noch unbekannt. Es kann also gut sein, dass er seine Nahrung nicht verträgt.

Wenn zusätzlich zur Futterverweigerung Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag oder Juckreiz auftreten, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob eine Allergie oder eine andere Erkrankung vorliegt und die entsprechende Behandlung einleiten.

Wann die Futterverweigerung gefährlich ist

Es ist normalerweise unbedenklich, wenn ein Welpe am ersten Tag nach Einzug nicht oder nur wenig frisst. In den meisten Fällen normalisiert sich das Fressverhalten innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Frisst er aber auch nach ein bis zwei Tagen nicht oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte die Situation genauer beobachtet werden.

Gerade bei jungen Welpen kann eine anhaltende Appetitlosigkeit schnell zu einer gefährlichen Unterversorgung führen, da ihr Körper noch keine großen Energiereserven hat. Daher gilt es, den Grund dafür zügig herauszufinden. Zögere nicht, einen Tierarzt zu kontaktieren, wenn du dir Sorgen um das Wohlbefinden deines Vierbeiners machst. Der Tierarzt kann dir dabei helfen, die Ursache der Futterverweigerung zu finden und gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Warnzeichen zusätzlich zur Futterverweigerung

Wird die Futterverweigerung von weiteren Symptomen begleitet, kann mehr als Eingewöhnungsstress dahinterstecken und Hilfe nötig sein. Es gibt bestimmte Warnzeichen, die in Verbindung mit der Futterverweigerung auftreten können und auf ein ernsthaftes gesundheitliches Problem hindeuten.

Achte besonders auf diese Warnzeichen:

  • Erbrechen oder Durchfall
  • starke Müdigkeit oder Apathie
  • Fieber oder Zittern
  • Husten oder Atembeschwerden
  • aufgeblähter Bauch
  • Schmerzen beim Anfassen des Bauches
  • fehlende Wasseraufnahme

Diese Symptome können auf eine Infektion, eine Vergiftung, einen Darmverschluss oder eine andere schwerwiegende Erkrankung hinweisen, die dringend behandelt werden muss. Daneben ist es auch wichtig, dass der Welpe ausreichend trinkt. Dehydration kann sogar noch schneller zu einem Problem werden.

Tipps, damit dein neuer Welpe beginnt zu fressen

Geduld, Ruhe und eine feste Routine helfen oft am meisten. Kleine Anpassungen sind sinnvoller als hektische Futterwechsel.

Wenn dein Welpe nach dem Einzug nicht fressen mag, gibt es verschiedene Dinge, die du tun kannst. Vor allem solltest du aber ruhig und geduldig bleiben. Gib ihm Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Denn die noch fremde Umgebung ist der allerhäufigste Grund für die Futterverweigerung direkt am ersten Tag.

Meiner Erfahrung nach neigen Hundebesitzer dazu, vorschnell Anpassungen vorzunehmen. Es mag verlockend sein, ständig das Futter zu wechseln. Doch um den Welpen zum Fressen zu animieren, ist genau das in den meisten Fällen kontraproduktiv. Ständige Futterwechsel belasten den Magen-Darm-Trakt eher zusätzlich. Zudem kann er dadurch noch wählerischer werden. Es ist ratsamer, bei einem hochwertigen Welpenfutter zu bleiben und andere Strategien auszuprobieren, um den Appetit anzuregen.

Ruhe statt Druck

Vermeide es, Druck auszuüben und schaffe stattdessen eine entspannte und positive Atmosphäre zu Hause. Dränge deinen Welpen auf keinen Fall und stopfe ihm vor allem kein Futter ins Maul. Was komisch klingt, ist leider Alltag. Besonders neue Hundehalter verunsichert das Verhalten so sehr, dass sie teilweise überreagieren.

Zwang führt eher dazu, dass der Welpe eine negative Verknüpfung beim Fressen entwickelt und es in Zukunft noch stärker verweigert. Setz dich stattdessen in seine Nähe, sprich beruhigend mit ihm und biete ihm das Futter an, ohne ihn zu zwingen. Gerade am ersten Tag ist Verständnis und Zuneigung wichtig. Wenn er aber nicht frisst, nimm das Futter nach einer Weile weg und versuche es später noch einmal.

Fütterungszeiten und -rituale möglichst konstant halten

Eine feste Futterroutine ist für Welpen sehr wichtig. Sie gibt ihnen Sicherheit und Struktur. Füttere den Welpen immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Verwende auch immer den gleichen Futternapf. So lernt der Welpe, dass es feste Zeiten für die Futteraufnahme gibt und er sich darauf verlassen kann. Eine konstante Routine hilft ihm, sich zu entspannen und seinen Appetit zu entwickeln. Achte darauf, dass der Futterplatz ruhig ist und der Welpe ungestört fressen kann.

Futter schmackhafter machen

Eine weitere Möglichkeit ist, das Futter schmackhafter zu machen. Dafür reicht es teilweise schon, das Futter mit etwas warmem Wasser anzufeuchten. Die Wärme intensiviert den Geruch, und die Feuchtigkeit kann das Futter leichter fressbar machen. Du kannst dafür auch etwas verdünnte Hühnerbrühe verwenden.

Bewährt hat sich außerdem, zunächst das Welpenfutter des Züchters zu übernehmen. Dieses ist dem Welpen geschmacklich bereits vertraut. Außerdem nutzen Züchter häufig Futter, das gut zu dieser Lebensphase passt.

Snacks zwischendurch meiden

Auch wenn es schwerfällt, solltest du deinem Welpen keine Snacks oder Leckerlis zwischen den Mahlzeiten geben. Diese können dazu führen, dass er für sein eigentliches Futter keinen Hunger mehr hat. Außerdem gewöhnt er sich so nicht an feste Fütterungszeiten. Leckerlis sollten nur als Belohnung beim Training eingesetzt werden und keine Ersatzmahlzeit darstellen. Achte darauf, dass der Welpe ausreichend Zeit hat, Hunger zu entwickeln.

Futter in kleinen Portionen anbieten

Biete dem Welpen das Futter in kleinen Portionen an. Eine große Futtermenge kann ihn möglicherweise abschrecken. Kleine Portionen wirken weniger überwältigend und können den Appetit anregen. Wenn er sich bereits ein wenig an dich gewöhnt hat, kannst du ihn dafür anfangs auch aus der Hand füttern. Sobald der Welpe eine kleine Portion gefressen hat, löst sich das Problem der Futterverweigerung häufig von ganz alleine. So lässt sich ein Welpe oft mehr fressen lassen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.

Eventuelle Zahnprobleme überprüfen

Wenn der Welpe am Einzugstag im Zahnwechsel ist oder Anzeichen von Zahnproblemen zeigt, solltest du sein Gebiss genauer überprüfen. Da die tägliche Zahnpflege auch bereits im Welpenalter wichtig ist, kannst du diese direkt zum Anlass nehmen. So kannst du täglich den Maulbereich auf Zahnschmerzen, lockere oder abgebrochene Zähne oder entzündetes Zahnfleisch überprüfen.

Probleme in der Maulregion können das Fressen schmerzhaft machen. In diesem Fall kann es hilfreich sein, dem Welpen weicheres Futter wie Nassfutter anzubieten. Trockenfutter kannst du mit etwas Wasser einweichen. Bei starken Schmerzen solltest du wiederum einen Tierarzt aufsuchen, um die Zahnprobleme behandeln zu lassen.

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