Herzlichen Glückwunsch! Bald zieht ein Welpe bei dir ein und mit ihm beginnt eine aufregende Zeit voller Vorfreude, neuer Aufgaben und wahrscheinlich auch ein bisschen Unsicherheit. Genau das ist völlig normal. In unserer Hundefroh-Community sehe ich oft, dass die ersten Wochen deutlich entspannter verlaufen, als viele Halter anfangs befürchten. Vor allem dann, wenn sie sich schon im Vorfeld gut informieren und die wichtigsten Dinge vorbereiten. Dieser Artikel mit Checkliste hilft dir dabei, deinem Welpen einen guten Start ins Hundeleben zu ermöglichen.
Was du vor dem Einzug deines Welpen vorbereiten solltest
Ein gut vorbereiteter Start gibt deinem Welpen Sicherheit und hilft dir dabei, die ersten Tage ruhig, strukturiert und möglichst stressfrei zu gestalten. Schon vor dem Einzug lohnt es sich, die wichtigsten Dinge im Zuhause vorzubereiten. So muss dein Welpe nicht erst mitten im Trubel ankommen, sondern findet direkt eine Umgebung vor, die ihm die Eingewöhnung erleichtert.
Bevor das neue Familienmitglied zu dir einzieht, solltest du deshalb die Basics vorbereiten. Damit du den Überblick behältst, plane vor dem Einzug vor allem diese Punkte:
1. Schlafplatz und Rückzugsort einrichten
Schon bevor ein Welpe einzieht, solltest du einen festen Schlafplatz und Rückzugsort vorbereiten. Dieser Ort sollte ruhig und geschützt sein, damit er sich geborgen fühlt und gut zur Ruhe kommen kann. Ein Hundebett, ein gemütliches Körbchen, ein Hundekissen oder eine weiche Decke eignen sich gut. Achte zudem darauf, dass der Platz nicht mitten im Trubel liegt, sondern etwas abseits. So kann dein Welpe Ruhephasen einlegen, wann immer er sie braucht. Gerade in den ersten Wochen wird eher ein bisschen mehr Schlaf benötigt. Der Rückzugsort wird deshalb schnell zum sicheren Hafen.
2. Futter, Wassernapf und passende Grundausstattung bereitlegen
Zur Erstausstattung für Welpen gehören natürlich auch Futter und Wassernapf. Wähle am besten hochwertiges, altersgerechtes Welpenfutter. Es ist auf die Bedürfnisse des kleinen Hundes abgestimmt. Aus Erfahrung ergibt es Sinn, zunächst das Futter vom Züchter zu übernehmen. Daher frage ihn und lass dir gegebenenfalls ein paar Portionen Futter mitgeben. Dann verläuft die Umstellung meist besonders sanft.
Ein Fressnapf und ein Wassernapf sollten ebenfalls bereitstehen, idealerweise aus Edelstahl oder Keramik. Diese Materialien sind hygienischer. Denke auch an Spielzeug zur Beschäftigung, um ihm die Eingewöhnung spielerisch zu erleichtern. Zur Grundausstattung gehört außerdem, dass du einen festen Futterplatz bestimmst, damit dein neues Familienmitglied von Anfang an klare Abläufe kennenlernt.
3. Wohnung und Garten welpensicher machen
Wenn du ein Haus oder einen Garten hast, lohnt es sich, den Bereich schon vor dem Einzug welpensicher zu machen. So kannst du früh festlegen, welche Räume frei begehbar sein sollen und wo Grenzen sinnvoll sind.
Das bedeutet, möglichst alle Gefahrenquellen zu beseitigen, an denen sich der Welpe verletzen könnte. Dazu gehören beispielsweise Elektrokabel, Putzmittel, giftige Pflanzen und scharfe Gegenstände. Auch Treppen können für kleine Welpen gefährlich sein. Gegebenenfalls solltest du sie daher absichern. Im Garten solltest du darauf achten, dass der Zaun ausbruchsicher ist.
Eine welpensichere Umgebung ist wichtig, damit sich der Welpe frei bewegen kann. Achte zudem darauf, auch kleine Dinge am Boden wegzuräumen. Besonders draußen fressen Welpen gerne Gegenstände, die sie verschlucken könnten. In der Wohnung kauen sie während des Zahnwechsels außerdem oft an Möbeln oder anderen Dingen, die splittern oder schädlich sein können.
4. Ankunftstag möglichst ruhig planen
Der Tag der Abholung sollte möglichst ruhig geplant werden. Vermeide unnötigen Stress und Hektik. Es ist ein großer Tag für dich, aber ein noch viel größerer für deinen neuen Welpen. Nimm dir daher ausreichend Zeit und genieße den Moment beim Abholen.
Auch die anschließende Autofahrt ist ein kleines Abenteuer. Am besten gestaltest du sie so angenehm wie möglich. Ideal ist eine gesicherte Transportbox oder Hundebox für das Auto, in der dein Welpe zur Ruhe kommen oder sogar schlafen kann. Zu Hause angekommen, möchtest du dich schließlich ganz auf deinen neuen Mitbewohner konzentrieren. Für euch beide ist es bei Ankunft leichter, wenn die Fahrt vorher ruhig und gut organisiert war.
Checkliste Erstausstattung: Was du am Tag brauchst, wenn der Welpe einzieht
Gerade am Tag des Einzugs hilft es, wenn du nicht improvisieren musst. Eine gute Erstausstattung sorgt dafür, dass dein Welpe sicher ankommt und du dich direkt auf das Wesentliche konzentrieren kannst. Viele Halter informieren sich beim Züchter oder im Tierheim vorab, was der Welpe bereits kennt und was er wirklich benötigt. Außerdem hast du mit der richtigen Checkliste alles Wichtige griffbereit und kannst den Einzug deutlich entspannter und sicherer begleiten.
Was du zur Welpenabholung brauchst
Für die Welpenabholung brauchst du Unterlagen, Geld und die direkte Erstausstattung für die Heimfahrt. Vor allem solltest du an alles denken, was die erste Fahrt ruhig und sicher macht.
Hier ist eine praktische Checkliste. Das solltest du zur Abholung auf jeden Fall dabeihaben oder einplanen:
- Personalausweis
- Kaufvertrag oder Reservierungsbestätigung
- Nachweis zur Zahlung bzw. das noch offene Geld
- kleine Geldreserve, falls unterwegs noch etwas gebraucht wird
- Transportbox oder Hundebox
- weiche Decke oder Handtuch für die Box
- Halsband oder Geschirr
- passende Leine
- bei längerer Fahrt eventuell Küchenpapier
Sprich zusätzlich mit dem Züchter und bitte ihn um Hilfe. Lass dir zum Beispiel eine vertraute Decke und ein paar Portionen des aktuellen Welpenfutters mitgeben. Wichtig sind außerdem die Chipnummer mit schriftlicher Bestätigung. Ebenso bekommst du vom Züchter oder Tierheim einen Impfpass oder EU-Heimtierausweis für den Welpen sowie Unterlagen zur Entwurmung. Frage auch nach, ob du nach der Abholung noch etwas ummelden oder beachten musst.
Grundausstattung für Zuhause
Die wichtigsten Basics sollten schon vor dem Einzug bereitstehen. So kann dein Welpe direkt ankommen, ohne dass du erst noch alles zusammensuchen musst. Dadurch fällt es ihm meist leichter, sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Handelt es sich nicht zufällig um einen Zweithund, dann musst du die Grundausstattung neu anschaffen. Deshalb ist hier eine Liste, was du idealerweise schon vorbereitet haben solltest:
- Fressnapf
- Wassernapf
- altersgerechtes Welpenfutter, möglichst das bisher gewohnte
- Hundebett oder Rückzugsort
- Kissen oder Kuscheldecke
- erstes Spielzeug
- Kauspielzeug
- passende Leine
- Halsband oder Geschirr für die ersten Gassirunden
- reflektierende Elemente für Spaziergänge bei wenig Licht
Zubehör wie Clicker, Hundepfeife oder spezielle Trainingsleckerlis sind am Anfang noch nicht notwendig.
Zubehör für die Welpenpflege
Neben den Basics gibt es ein paar Dinge, die dir bei der Pflege helfen können. Auch wenn es in den ersten Wochen eher um Ruhe, Sicherheit und eine saubere Umgebung geht, lohnt es sich, den Welpen früh an Pflegeroutinen zu gewöhnen.
Sinnvolle Hilfsmittel zur Pflege sind:
- Bürste
- mildes Welpenshampoo
- waschbare Unterlage
- Krallenschere
Zur Gewöhnung gehört auch, dass du Ohren, Pfoten und Maul regelmäßig sanft anfasst oder ihn an die Zahnpflege gewöhnst. So lernt dein Welpe früh, dass Pflege nichts Schlimmes ist. Gleichzeitig kannst du schneller bemerken, ob Schmutz, kleine Verletzungen oder andere Auffälligkeiten vorhanden sind.
Was du an den ersten Tagen im neuen Zuhause beachten solltest
Die ersten Tage zu Hause sollten vor allem ruhig ablaufen, damit dein Welpe ankommen kann und sich Schritt für Schritt an sein neues Zuhause gewöhnt. Viele neue Eindrücke auf einmal können schnell überfordern. Deshalb hilft es, die ersten Tage bewusst stressfrei zu gestalten. Lass ihn einfach entdecken und spielen. Gerade wenn ein Welpe bei dir einzieht, ist weniger oft mehr.
Zusätzlich helfen ihm wiederkehrende Abläufe, damit er sich einfacher einlebt. Vermeide laute Geräusche und unvorhergesehene Ereignisse, um den Welpen nicht zu überfordern. Routinen geben ihm Sicherheit, sich im neuen Heim zurechtzufinden. Solche Abläufe, wie z. B. feste Fütterungszeiten, kannst du schon vor dem Einzug planen.
Der Rückzugsort ist von Beginn an wichtig. Biete ihm seinen vorbereiteten Schlafplatz an und lass ihn dort zur Ruhe kommen. Auch wenn die Welpenzeit aufregend ist, braucht er manchmal Schlaf und Zeit für sich. Viele Welpen werden nach zwei bis drei Stunden wieder wach und benötigen dann erneut Nähe zu dir.
Fressen, Trinken und Lösen entspannt begleiten
Auch das Fressen, Trinken und Lösen sollte in den ersten Tagen entspannt begleitet werden. Stelle Futter und Wasser bereit, aber zwinge den Welpen nicht zum Fressen oder Trinken. Beobachte lieber entspannt und sorge dafür, dass von dir aus kein Stress entsteht, der sich übertragen könnte.
Beim Beobachten achte darauf, wann der Welpe unruhig wird oder Anzeichen zeigt, dass er sich lösen muss. Bringe ihn dann direkt an die dafür vorgesehene Stelle. Viele wählen im Garten eine Wiese. Du kannst ihn auch belohnen, nachdem er sich dort gelöst hat. In jedem Fall vermeide Bestrafungen, wenn doch mal ein Malheur passiert ist. Das verzögert eher die Stubenreinheit. Gerade am Anfang ist es wichtiger, regelmäßig mit ihm nach draußen zu gehen, als sofort zu erwarten, dass er bereits stubenrein ist.
Besuch, Spielen und Reize zuerst begrenzen
In den ersten Tagen im neuen Zuhause muss der Welpe nicht mit zu vielen neuen Reizen überflutet werden. Für ihn ist alles neu und dadurch hat er genug Reize. Für kurze Spaziergänge kannst du die Faustregel von etwa fünf Minuten pro Lebensmonat als grobe Orientierung nutzen.
Viele Welpenbesitzer berichten, dass gerade ein ruhiger Start oft mehr bringt als ein besonders ereignisreicher erster Tag. In der Eingewöhnungsphase geht es nämlich vor allem um Ruhe statt um zu viele Programmpunkte.
Begrenze Besuche von Freunden und Familie und vermeide unvorhergesehene Geräusche. Auch beim Spielen solltest du darauf achten, dass dein Welpe nicht überfordert wird. Kurze, ruhige Spieleinheiten sind besser als lange, aufregende Tobesessions. Meist reicht schon eine kleine Spielrunde auf der Couch im Wohnzimmer.
Kein Grund zur Sorge: Was nach dem Einzug normal ist
Viele Reaktionen nach dem Einzug sind zunächst normal und zeigen oft nur, dass ein Welpe sich erst an die neue Situation gewöhnen muss. Das kann schon damit anfangen, dass er am ersten Tag nach dem Einzug nicht frisst oder sich besonders anhänglich, unsicher oder müde zeigt.
In der Eingewöhnungsphase sind Unsicherheit, Müdigkeit und eine auffällige Anhänglichkeit ganz normal. Hinter komischem Verhalten steckt oft einfach die ungewohnte Umgebung, die Trennung von Mutter und Geschwistern und die Vielzahl neuer Eindrücke. Viele dieser Probleme lösen sich mit der Zeit von selbst. Nach einigen Wochen wird der Alltag meist deutlich ruhiger. Gib deinem Welpen deshalb vor allem Raum zum Ankommen und Entdecken.
Wenig Appetit in den ersten Tagen
Viele neue Welpen zeigen in den ersten Tagen wenig Appetit oder Unruhe. Gerade am ersten Tag nach dem Einzug verweigern einige ihr Fressen. Der Umzug und die neue Umgebung können das noch junge Tier stressen und ihm vorübergehend den Appetit verderben. Sein ganzes bisheriges Leben hat sich gerade verändert und das belastet viele Welpen mehr, als man anfangs denkt.
Biete regelmäßig Futter an, aber dränge ihn nicht zum Fressen. Wenn der Welpe nach zwei bis drei Tagen immer noch kaum frisst, kannst du anfangen, genauer hinzuschauen. Vorher solltest du aber erst einmal ruhig bleiben und keinen zusätzlichen Stress aufbauen. Auch hier helfen meist Zeit und Ruhe, damit sich dein Welpe an die neue Situation gewöhnen kann. Dass er in den ersten Tagen weniger frisst, heißt also nicht automatisch, dass dein Hund krank ist.
Jaulen, Rückzug oder kleine Startschwierigkeiten
Jaulen, Rückzug oder kleine Startschwierigkeiten sind typische Anzeichen für die Eingewöhnung eines Welpen. Das Jaulen kann ein Ausdruck von Einsamkeit oder Unsicherheit sein. Der Rückzug zeigt oft einfach, dass dein Vierbeiner Ruhe braucht. Du musst dir deshalb nicht sofort Sorgen machen.
Kleine Startschwierigkeiten, wie das Lösen im Haus oder anfängliche Schlafprobleme, sind ebenfalls nicht ungewöhnlich. Bleibe verständnisvoll und geduldig. Es braucht manchmal etwas Zeit, um sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen. Zeige deinem neuen Familienmitglied, dass du für ihn da bist und ihm Sicherheit gibst. In dieser Phase ist nicht perfektes Training oder eine Welpenerziehung entscheidend, sondern vor allem Ruhe, Nähe und Verlässlichkeit.
Angst vor dem ersten Besuch beim Tierarzt oder der Hundeschule ist normal
Der erste Besuch beim Tierarzt oder der Hundeschule steht meist schon kurz nach dem Einzug des Welpen an. Beim Tierarzt wird er gar untersucht und eventuell sogar geimpft. Auch gehen viele Welpenbesitzer zu Spielstunden bei Hundeschulen. Auf viele solcher Situationen reagieren Welpen unsicher oder ängstlich, weil die fremde Umgebung, die Geräusche und die Gerüche ungewohnt sind. Diese Angst überträgt sich häufig dann auch auf andere Tiere in der Umgebung.
Zeig deinem Vierbeiner, dass er dir vertrauen kann und beruhig ihn. Für sein ruhiges Verhalten kannst du ihn auch belohnen. Eine vertraute Decke oder ein Kuscheltier hilft meistens auch, den Fokus von der Situation zu lenken.
Über den Autor Danny
Heute begleitet er über 360 Hundebesitzer auf dem Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Hundeleben.
Sein Ziel ist es, Hundebesitzern verständlich zu zeigen, worauf es im Alltag mit ihren Vierbeinern wirklich ankommt. Dabei möchte er ohne komplizierte Fachbegriffe und leicht nachvollziehbar als Ratgeber zur Seite stehen – mit Herz, Erfahrung und ehrlicher Leidenschaft.

