Viele frischgebackene Hundebesitzer stehen vor der Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, ihren Welpen auf Trockenfutter umzustellen. Ein Welpe darf ab der 8. Woche Trockenfutter fressen. Aber das heißt nicht, dass er es sollte. Es gibt gar eine Studie, die aufzeigt, dass junge Hunde, die mit Tiernahrung mit sehr geringem Wassergehalt gefüttert werden, eher zu einer unvollständigen Kaufentwicklung und Zahnfleischreizungen neigen.
Die Entscheidung, wann ein Welpe trockenes Futter fressen sollte, ist von mehreren Faktoren abhängig und sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Es gilt, die Bedürfnisse des Tieres und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Futterarten abzuwägen. In diesem Artikel erhältst du Tipps zur Futterumstellung mitsamt Futterplan-Beispiel.
Sollte ein junger Hund mit Trockenfutter beginnen?
Die Frage, ob ein Welpe mit Trockenfutter beginnen sollte, ist an sich für mich wenig komplex. Als meine Hündin Thembi noch ein Welpe war, stand ich vor derselben Frage. Im ersten Moment denkt man an die Vorteile, die durch Futter im Sack entstehen. Doch für deinen Liebling gibt es wenige.
Während Trockenfutter eine bequeme Option für viele Halter darstellt, ist es wichtig zu verstehen, wie sich die Verdauung von Hunden entwickelt. Junge Hunde haben spezielle Ernährungsbedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen. Und in der Evolution des heutigen Haushundes gab es natürlich für ihn nie eine Art der Trockennahrung.
Ist Trockenfutter also gut für Welpen? Nein, ist es nicht. Sollte dein neues Familienmitglied mit trockener Tiernahrung beginnen. Meiner Meinung nach nicht.
Wie sich die Verdauung deines Welpen entwickelt
Die Verdauung von Welpen entwickelt sich schrittweise. Zunächst erhalten sie Colostrum. Die Muttermilch liefert alle wichtigen Nährstoffe und ausreichend Energie für eine gesunde Entwicklung liefert.
Nach der Milchphase beginnt das Abstillen. Während dieser Zeit ist das Verdauungssystem noch sehr empfindlich. Daher ist es wichtig, die Fütterung langsam umzustellen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.
Welpen bedarfsgerecht zu füttern heißt darauf zu achten, welche Nährstoffe der Körper zwingend benötigt. Dabei geht es um Proteine, Fette, Mikronährstoffe, natürliche Enzyme und die richtige Aufteilung auf mehrere Mahlzeiten nach Alter. Keine gepressten Pellets.
Eine bedarfsgerechte Fütterung ist für Welpen von entscheidender Bedeutung. Jungtiere benötigen eine spezielle Zusammensetzung ihres Futters, um eine gesunde Wachstumsphase zu gewährleisten. Die richtige Futtermenge zu bestimmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von:
- Der Rasse
- Dem Alter
- Aktivität und Schlafverhalten
Große Rassen haben oft andere Ernährungsbedürfnisse als kleine Rassen. Es ist ratsam, sich von einem Tierarzt, dem Züchter oder Hundetrainer beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass der Welpe alle wichtigen Nahrungsbestandteile erhält und das Welpenfutter entsprechend ausgewählt wird.
Überblick Futterarten: Welpen bedarfsgerecht füttern
Es gibt verschiedene Futterarten, die für Welpen geeignet sind. Neben Trockenfutter gibt es Nassfutter und die Möglichkeit zu barfen. Nassfutter hat den Vorteil, dass es einen höheren Feuchtigkeitsgehalt hat und somit die Verdauung unterstützen kann. Die meisten Welpen vertragen feuchtes Futter gut.
Hunde benötigen Futter, das auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Welpenfutter sollte hochwertige Zutaten enthalten. Im besten Fall können Hundebesitzer jeden Tag das Fressen frisch zubereiten und gegebenenfalls BARF anwenden. Ansonsten sollte eher auf ein bedarfsgerechtes Alleinfuttermittel zurückgegriffen werden.
Die Wahl zwischen Trocken- oder Nassfutter ist oft eine Frage der Präferenz. Die Vorteile von Trockenfutter liegen vor allen Dingen in der Lagerung. Bedarfs- und artgerecht sind frisches Futter und feuchte Nahrung.
Gründe gegen Trockenfutter für Welpen
Laut National Research Council (NRC) und FEDIAF-Guidelines liegt die optimale Feuchtigkeit der Nahrung bei ausgewachsenen Hunden bei 70–80 %, um Verdauung & Nährstoffaufnahme zu unterstützen. Durch die Trockenfutterfütterung muss besonders auf die Zufuhr von Wasser gelegt werden. Doch es gibt sogar mehrere Studien, die gegen Trockennahrung sprechen.
In Finnland wurde herausgefunden, dass trockenes Futter eher zu Hautproblemen und Allergien führt. Ebenso gibt es Tendenzen, dass die Futterart Einfluss auf die spätere Verdauung hat. Diese Studien unterstreichen die Bedeutung der richtigen Welpenernährung für die langfristige Gesundheit.
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Welpen, die zu früh Trockenfutter bekommen, häufiger Kau- und Zahnfleischprobleme entwickeln. Das liegt daran, dass ihr Gebiss und die Kaumuskulatur erst mit feuchter, weicher Nahrung richtig trainiert werden. Die Futtertextur spielt eine entscheidende Rolle bei der oralen Entwicklung. Ganz junge Hunde können daher gerne möglichst lange mit Welpenmilch gefüttert werden, bevor ein Umstieg auf Trockenfutter erfolgt.
Ab wann können Welpen Trockenfutter fressen?
Die empfohlene Zeit für die Futterumstellung bei Welpen ist ein wichtiger Aspekt der Welpenernährung. Viele Hundebesitzer fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt ist, von Muttermilch oder Welpenmilch auf feste Nahrung wie Trocken- oder Nassfutter für Welpen umzusteigen.
Generell wird empfohlen, Welpen bis zum Ende des ersten Lebensmonats hauptsächlich mit Muttermilch oder Welpenmilch zu füttern. Ab dem 2. Lebensmonat kann man langsam beginnen, neues Dosenfutter anzubieten. Ab der 8. Woche kann ein Welpe Trockenfutter fressen.
Dabei ist es wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse des Welpen einzugehen und ihn nicht zu überfordern. Die Umstellung sollte schrittweise erfolgen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Ab der 12. Lebenswoche sollte der Junghund alle wichtigen Enzyme für die Verdauung entwickelt haben.
Die 8. Woche: Ein kritischer Zeitpunkt
Futterplan für Welpen: Von Muttermilch zu fester Nahrung
Ein Futterplan für Welpen sollte darauf abzielen, den Nährstoffbedarf der heranwachsenden Vierbeiner zu decken und eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. In den ersten Wochen ist Muttermilch die erste Wahl. Ab Woche 5 kann eine Futterumstellung auf Nassfutter erfolgen. Ab Woche 8 können die meisten Welpen bereits feste Nahrung zu sich nehmen, weshalb nun auch Trockenfutter möglich ist. Aber es ist wichtig, dass die Fütterung altersgerecht und bedarfsgerecht erfolgt.
Bei der Umstellung des Futters für Welpen gibt es einige Tipps zu beachten, um die Fütterung so reibungslos wie möglich zu gestalten. Wichtig sind vor allem folgende Aspekte:
- Beginne langsam mit dem neuen Futter, indem du es in kleinen Portionen aufteilst und steigere den Anteil allmählich über mehrere Tage.
- Achte darauf, dass das neue Welpenfutter alle wichtigen Makro- und Mikronährstoffe enthält, die der Welpe für eine gesunde Entwicklung benötigt.
Beobachte den Welpen genau auf Anzeichen von Verdauungsproblemen wie Durchfall oder Erbrechen nach der Fütterung und konsultiere gegebenenfalls einen Tierarzt. Nassfutter für erwachsene Hunde generell ist leichter verdaulich als Trockenfutter, besonders bei empfindlichen Welpen. Biete immer ausreichend frisches Wasser an und stelle sicher, dass die Fütterung in einer ruhigen Umgebung stattfindet.
Vermeidung von Überfütterung
Die Vermeidung von Überfütterung ist bei Welpen essenziell, um gesundheitliche Probleme wie Übergewicht oder Knochenwachstumsstörungen zu vermeiden. Junge Tiere benötigen zwar ausreichend Energie und wichtige Nährstoffe für ihre Wachstumsphase, aber eine zu hohe Futtermenge kann schädlich sein. Es ist ratsam, sich an die Fütterungsempfehlungen des Herstellers des Welpenfutters zu halten und die Futtermenge regelmäßig anzupassen, je nachdem, wie sich der Welpe entwickelt.
Große Rassen neigen eher zu schnellem Wachstum, was bei Überfütterung zu Problemen führen kann. Besser ist ein langsames Heranwachsen. Mit Nassfutter wachsen Junghunde tendenziell langsamer, haben dafür aber einen kräftigeren Körperbau. Das kann Gelenkprobleme vermeiden, die bei zu schnellem Wachstum auftreten.
Über den Autor Danny
Heute begleitet er über 360 Hundebesitzer auf dem Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Hundeleben.
Sein Ziel ist es, Hundebesitzern verständlich zu zeigen, worauf es im Alltag mit ihren Vierbeinern wirklich ankommt. Dabei möchte er ohne komplizierte Fachbegriffe und leicht nachvollziehbar als Ratgeber zur Seite stehen – mit Herz, Erfahrung und ehrlicher Leidenschaft.

