Trächtigkeit beim Hund: Anzeichen, Dauer & Ultraschall

Trächtigkeit Hund

Die Trächtigkeit einer Hündin ist für viele Hundehalter eine besonders aufregende Zeit. Gleichzeitig wirft sie viele Fragen auf. Aus meiner Erfahrung als Hundeernährungsberater ist gerade diese Unsicherheit am Anfang ganz normal.

Von den ersten Anzeichen über die Bestätigung durch den Tierarzt bis hin zur richtigen Ernährung gibt es einiges zu beachten. Dieser Artikel gibt dir einen verständlichen Überblick über die Trächtigkeit bei Hunden und zeigt, ab wann und woran du eine Schwangerschaft erkennen kannst. Außerdem beantwortet er dir, wie lange eine Hündin trächtig sein kann, warum der vorausgesagte Geburtstermin im Trächtigkeitskalender nicht immer stimmt und gibt dir Tipps zur Ernährung und Pflege.

Woran erkennt man eine schwangere Hündin?

Eine trächtige Hündin zeigt sich oft durch verändertes Verhalten, Zitzen und Appetit. Sicher bestätigt sie aber nur der Tierarzt.

Eine Hündin kann in der Regel mit dem Eintritt ihrer ersten Läufigkeit, also mit der Geschlechtsreife, trächtig werden. Das ist häufig zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat der Fall. Je nach Rasse und Entwicklung kann sie aber auch früher oder später schwanger werden. Die Trächtigkeit ist während der Läufigkeit möglich, wenn ein Deckakt stattfindet und es zur Befruchtung der Eizellen kommt.

Eine sehr junge Hündin körperlich austragen zu lassen, ist jedoch mit einem höheren Risiko verbunden. Auch wenn sie biologisch trächtig werden kann, ist ihr Körper oft noch nicht vollständig entwickelt. Dadurch wird die Belastung für die Hündin und ihre Welpen größer.

Wichtig ist außerdem, dass erste äußere Anzeichen allein nicht verlässlich aussagekräftig sind. Teilweise handelt es sich um eine Scheinträchtigkeit, bei der ähnliche Symptome auftreten. Daher ist bei Verdacht auf Trächtigkeit eine Untersuchung vom Tierarzt empfehlenswert.

Erste Anzeichen einer trächtigen Hündin

Die ersten Anzeichen einer trächtigen Hündin sind oft unscheinbar. Etwa zwei bis drei Wochen nach dem Deckakt kann sich ihr Verhalten ändern. Sie wirkt ruhiger, schläft mehr oder zeigt weniger Interesse an Spiel und längeren Spaziergängen. Allerdings sind die ersten Symptome individuell verschieden. So sind manche Hündinnen anhänglicher, andere ziehen sich eher zurück. Hinzu kommen körperliche Änderungen und Auffälligkeiten beim Appetit.

In den ersten vier Wochen nach dem Deckakt sind typische erste Hinweise einer trächtigen Hündin:

  • sie wirkt müder oder ruhiger als sonst
  • sie sucht mehr Nähe oder zieht sich stärker zurück
  • der Appetit sinkt aufgrund hormoneller Umstellung
  • Übelkeit und gelegentliches Erbrechen
  • die Zitzen wirken empfindlicher oder beginnen zu schwellen

Im Körper der Hündin passiert in dieser Zeit sehr viel. Nach der Befruchtung wandern die Embryonen in die Gebärmutter und nisten sich dort in die Gebärmutterwand ein. Viele Hundebesitzer erkennen die Trächtigkeit vor allem daran, dass das Verhalten der Hündin nicht zu ihrem normalen Zyklus passt. Ein einzelnes Anzeichen beweist aber noch keine Trächtigkeit.

Im weiteren Verlauf entwickeln sich aus den Embryonen die Föten, deren Organe nach und nach weiterreifen. Ab der fünften und sechsten Trächtigkeitswoche werden die Hinweise deutlicher. Sichtbar nehmen je nach Anzahl der Welpen Bauchumfang und Gewicht zu.

Ab dem zweiten Trächtigkeitsmonat kann ebenso ein klarer, geruchsloser und leicht schleimiger Scheidenausfluss auftreten. Zudem heben sich auch vor allem die hinteren Zitzen immer mehr vom Fell ab und werden größer.

Ein weiteres Anzeichen einer fortgeschrittenen Trächtigkeit ist der zunehmende Appetit. Der Nährstoffbedarf steigt, weil nicht nur die Hündin selbst, sondern auch die kleinen Welpen versorgt werden müssen.

Trächtig oder scheinträchtig?

Die Unterscheidung zwischen einer echten Trächtigkeit und einer Scheinträchtigkeit ist nicht immer einfach. Bei einer Scheinträchtigkeit können ebenfalls geschwollene Zitzen, Nestbau, Futterveränderungen, Anhänglichkeit oder sogar Milchbildung auftreten, obwohl keine Befruchtung stattgefunden hat.

Gerade deshalb sollte eine Hündin bei Verdacht tierärztlich untersucht werden. Nur der Tierarzt kann zuverlässig feststellen, ob die Hündin trächtig ist oder ob die Symptome eine andere Ursache haben.

Ab wann kann man eine Trächtigkeit bei der Hündin feststellen?

Trächtige Hündin beim Ultraschall

Sicher lässt sich die Trächtigkeit vor allem durch eine tierärztliche Untersuchung feststellen. Diese ist besonders dann sinnvoll, wenn der Deckakt bekannt ist oder deine Hündin typische Anzeichen zeigt. Je nach Zeitpunkt kann der Tierarzt ab etwa dem 20. bis 30. Tag der Trächtigkeit erste Hinweise ertasten.

Ein verlässlicher Indikator ist ebenfalls das schwangerschaftsspezifische Hormon Relaxin, welches in der Plazenta gebildet wird. Daher eignet sich der Relaxin-Test als Trächtigkeitsschnelltest. Bei einer Scheinträchtigkeit sollte er negativ sein. Fällt der Test negativ aus, obwohl weiterhin der Verdacht auf eine Trächtigkeit besteht, kannst du ihn mit einem Abstand von einer Woche wiederholen. Allerdings ist der Test erst etwa 28 Tage nach dem Deckakt aussagekräftig. Ein positiver Relaxin-Test sagt aber leider nicht automatisch, dass später auch lebende Welpen geboren werden.

Noch zuverlässiger ist eine Ultraschalluntersuchung. Eine Trächtigkeit ist per Ultraschall meist ab etwa dem 21. bis 25. Tag nach dem Deckakt nachweisbar. Der Tierarzt kann dann erste Fruchthüllen in der Gebärmutter erkennen und prüfen, ob sich die Embryonen entwickeln.

Ab ungefähr dem 28. Tag lassen sich per Ultraschall häufig auch Herztöne darstellen. Dadurch kann der Tierarzt die Vitalität der Welpen besser einschätzen. Die Ultraschalluntersuchung ist für die Hündin in der Regel schonend und liefert wichtige Informationen über den Fortschritt der Trächtigkeit und mögliche Komplikationen.

Was kostet ein Ultraschall bei Trächtigkeit ungefähr?

Die Kosten für eine Ultraschalluntersuchung können je nach Tierarztpraxis, Region und Aufwand unterschiedlich ausfallen. Häufig liegen sie grob zwischen 60 und 120 Euro.

Zu den Leistungen der etwa 20- bis 30-minütigen Untersuchungen zählen das Rasieren des Bauchfells, das Auftragen eines speziellen Gels und die Untersuchung an sich. Eine Narkose ist dafür nicht nötig. Für die Hündin ist der gesamte Vorgang schmerzlos. Wenn sie nicht wegen des Tierarztbesuchs unruhig ist, liegt sie während des Ultraschalls meist eher entspannt. Manchmal wird die Untersuchung auch im Stehen durchgeführt.

Kann man im Ultraschall oder beim Röntgen die Anzahl der Welpen sehen?

Im Ultraschall lässt sich die genaue Anzahl der Welpen oft nur schwer bestimmen. Die Embryonen oder Föten können sich überlagern und je nach Lage ist nicht jeder Welpe eindeutig zu sehen. Eine genauere Einschätzung der Anzahl der Welpen ist meist später über ein Röntgenbild möglich. Die Röntgenuntersuchung wird jedoch erst ab dem 45. Tag der Trächtigkeit durchgeführt, wenn die Knochen der Welpen ausreichend entwickelt sind. Zu diesem Zeitpunkt ist das Risiko für die Hündin und ihre Welpen durch die Röntgenstrahlung minimal. Der Tierarzt kann aufgrund der Untersuchung besser beurteilen, wie viele Welpen zu erwarten sind. Das kann gerade kurz vor der Hundegeburt hilfreich sein, damit nach der Geburt klarer ist, ob alle Welpen geboren wurden.

Wie lange ist eine Hündin trächtig?

Im Durchschnitt ist eine Hündin rund neun Wochen trächtig. Das entspricht etwa 63 Tagen oder etwas mehr als zwei Monaten. Diese Zahl ist ein guter Richtwert, aber kein fixer Geburtstermin. Schwankungen sind wie beim Menschen normal.

Die Trächtigkeitsdauer kann je nach Berechnung, Wurfgröße und individueller Hündin leicht schwanken. Ein großer Wurf kann die Geburt etwas früher auslösen, während ein sehr kleiner Wurf manchmal länger braucht. Trotzdem bleibt die durchschnittliche Entwicklung der Föten beim Hund in einem ähnlichen zeitlichen Rahmen.

Warum der Geburtstermin im Trächtigkeitskalender nicht immer stimmt

Trächtigkeitskalender für eine Hündin planen

Ein Trächtigkeitskalender kann helfen, den möglichen Geburtstermin grob einzugrenzen. Meist wird dafür der Deckakt eingetragen und daraus ein voraussichtlicher Termin berechnet. Der Deckakt ist aber nicht automatisch der Tag der Befruchtung. Spermien können im Körper der Hündin mehrere Tage überleben und auch der Eisprung lässt sich ohne tierärztliche Kontrolle nicht immer genau bestimmen. Da der tatsächliche Tag der Befruchtung vom Deckdatum abweichen kann, ist der angezeigte Termin im Trächtigkeitskalender nicht immer exakt. Er bietet dennoch eine Orientierung.

Wann wird eine längere Trächtigkeit bedenklich?

Wenn eine Trächtigkeit mehr als 72 Tage dauert, sollte der Tierarzt die Hündin untersuchen. Das gilt ebenso, wenn Anzeichen von Unwohlsein auftreten.

Eine verlängerte Trächtigkeit kann verschiedene Gründe haben. Manchmal wurde einfach der Geburtstermin falsch berechnet. In anderen Fällen können Komplikationen auftreten, etwa wenn die Geburt nicht richtig in Gang kommt. Ein kleiner Wurf kann zur Folge haben, dass nicht genug hormonelle Signale für den Beginn der Geburt ausgelöst werden.

Weitere Tipps während der Trächtigkeit

In der Trächtigkeit braucht die Hündin hochwertiges Futter, angepasste Portionen und ausreichend Ruhe. Der Bedarf verändert sich Schritt für Schritt. Wichtig ist deshalb, sie gut zu beobachten und Fütterung, Bewegung und Alltag an die jeweilige Phase anzupassen.

Braucht eine trächtige Hündin spezielles Futter?

In den ersten Wochen braucht eine trächtige Hündin kein spezielles Futter. Sie kann weiterhin mit normalen Portionen gefüttert werden, sofern sie es gut verträgt und in guter körperlicher Verfassung ist.

Erst wenn die Welpen im Mutterleib deutlich wachsen, steigt auch der Energie- und Nährstoffbedarf. Ab der fünften bis sechsten Trächtigkeitswoche kann eine höhere Futtermenge oder ein energiereicheres Futter sinnvoll sein. Viele Hundehalter nutzen dafür ein hochwertiges Welpenfutter, weil es mehr Energie und wichtige Nährstoffe enthält. Die Umstellung sollte aber langsam und nicht zu früh erfolgen. Eine zu hohe Futtermenge kann nämlich zu einer übermäßigen Gewichtszunahme führen, die die Geburt erschweren kann.

Nahrungsergänzungen sollten während der Trächtigkeit nicht einfach auf Verdacht gegeben werden. Auch wenn Begriffe wie Folsäure, Kalzium oder zusätzliche Vitamine häufig genannt werden, kann eine falsche Dosierung die Versorgung aus dem Gleichgewicht bringen. Deshalb sollten Zusätze und Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt gegeben werden.

Bewegung, Ruhe und Stressvermeidung

Eine trächtige Hündin braucht weiterhin Bewegung, aber keine Überforderung. Normale Spaziergänge sind meist gesund, solange sie dem Zustand der Hündin angepasst werden. Springen, wildes Toben oder sehr intensive Belastung sollten jedoch in den späteren Trächtigkeitswochen vermieden werden.

Gleichzeitig braucht die Hündin einen ruhigen Rückzugsort. Gegen Ende der Trächtigkeit kann eine vorbereitete Wurfkiste helfen, damit sie sich an den Platz gewöhnt. Dort sollte sie ungestört liegen können, ohne ständig gestört oder kontrolliert zu werden.

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