Hund erbricht nach dem Essen – Warum und was du tun kannst

Hund erbricht nach Essen

Dein Hund erbricht nach dem Essen und das ist erst einmal beunruhigend. Viele Hundebesitzer fragen sich in diesem Moment, warum sich ihr Vierbeiner übergibt und ob vielleicht eine Erkrankung dahintersteckt. Manchmal spielt der Magen jedoch nur kurz verrückt und danach ist wieder alles in Ordnung.

Die Situation, dass ein Hund zunächst ganz normal frisst und kurz darauf das Futter wieder ausbricht, kommt immer mal wieder vor. In vielen Fällen steckt etwas Harmloses dahinter. Dennoch kann Erbrechen auch ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme sein. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

In diesem Artikel erfährst du, warum dein Hund nach dem Essen erbricht, was du direkt zu Hause tun kannst und wann du einen Tierarzt aufsuchen solltest.

Warum erbricht mein Hund nach dem Essen?

Es kann viele Ursachen haben, wenn ein Hund speziell nach dem Essen erbricht. In vielen Fällen steckt nichts Ernstes dahinter, sondern eine Reaktion des Magens auf Futter, Stress oder die Art des Fressens.

Oft lässt sich der Auslöser relativ leicht erkennen, wenn du genau beobachtest, wann dein Hund erbricht und unter welchen Umständen das passiert. Besonders kurz nach dem Fressen spielen häufig Faktoren rund um die Fütterung eine Rolle.

Zu den möglichen Ursachen gehören:

1. Zu schnelles Fressen

Erbricht dein Hund kurz nach dem Fressen, ist zu schnelles Fressen eine der häufigsten Ursachen. Hunde fressen oft hastig, besonders wenn mehrere Tiere im Haushalt leben und Futterkonkurrenz besteht. Dadurch kauen sie ihr Futter kaum, schlingen und schlucken zusätzlich große Mengen Luft. Diese Luft im Magen kann Übelkeit auslösen und dazu führen, dass dein Hund würgen muss und schließlich sein Futter erbricht.

2. Empfindlicher Magen

Einige Hunde haben einfach einen empfindlichen Magen. Sie reagieren sensibel auf bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter. Die Reaktion darauf ist eine reflexartige Entleerung des Mageninhalts.

Ein empfindlicher Magen kann außerdem durch Stress, Krankheiten oder ungewohnte neue Futter ausgelöst werden. Beobachte die Situation daher genau und achte darauf, ob das Übergeben regelmäßig nach dem Essen auftritt.

Manche Hunde erbrechen auch gelbe Magensäure. Das passiert häufig, wenn der Magen zu lange leer ist oder durch überschüssige Magensäure gereizt wird. Du erkennst eine Übersäuerung gut am Gras fressen.

3. Futterunverträglichkeit

Eine Futterunverträglichkeit bestimmter Inhaltsstoffe kann ebenfalls dazu führen, dass dein Hund erbricht. Häufig treten zusätzlich Symptome wie Durchfall, Hautprobleme oder Übelkeit und Erbrechen auf.

Wenn du vermutest, dass er bestimmte Zutaten der täglichen Ernährung nicht verträgt, kann eine Ausschlussdiät helfen, den Auslöser zu finden. Diese sollte idealerweise mit dem Tierarzt besprochen werden, damit eine passende Diagnose gestellt werden kann.

4. Futterumstellung

Eine plötzliche Futterumstellung kann den Magen-Darm-Trakt überfordern und Erbrechen auslösen. Der Verdauungstrakt braucht Zeit, um sich an neues Futter oder andere Inhaltsstoffe anzupassen. Meistens treten eher Nebenwirkungen wie Blähungen oder Veränderungen im Kotbild auf. Doch gelegentlich kann der Hund in den ersten Tagen nach der Umstellung einmal erbrechen. Deshalb sollte ein neues Futter immer schrittweise eingeführt werden.

5. Zu große Futterportion

Eine weitere häufige Ursache ist eine zu große Futterportion. Besonders bei Hunden, die nur einmal täglich gefüttert werden, kann eine große Mahlzeit den Magen stark belasten. Je größer die Hunderasse, desto mehr macht eine Verteilung der täglichen Futtermenge auf zwei kleinere Portionen Sinn.

Tierärzte stellen in der Praxis immer wieder fest, dass große Portionen eine häufige Ursache für Erbrechen nach dem Essen sind. Der Magen muss plötzlich eine große Futtermenge verarbeiten. Dadurch kann es zu Übelkeit kommen und dein Hund erbricht einen Teil der Mahlzeit wieder. Häufig passiert das kurz nach dem Fressen, wenn das Futter noch kaum verdaut ist.

6. Bewegung direkt nach dem Fressen

Auch Bewegung unmittelbar nach dem Fressen kann dazu führen, dass ein Hund erbricht. Toben, rennen oder spielen kann den vollen Magen leicht reizen.

Der Verdauungstrakt benötigt nach dem Fressen etwas Zeit, um das Futter zu verarbeiten. Wird der Körper sofort stark belastet, kann es sein, dass der Hund würgen muss oder das unverdaute Futter wieder erbricht. Deshalb ist es sinnvoll, nach der Mahlzeit eine Ruhephase einzulegen. Viele Tierärzte empfehlen, nach dem Fressen etwa 30 bis 60 Minuten Ruhe einzuplanen.

7. Stress oder Aufregung beim Fressen

Stress oder Aufregung während des Fressens kann ebenfalls dazu führen, dass dein Hund erbricht. Manche Hunde reagieren sehr sensibel auf eine unruhige Umgebung. Sorge deshalb dafür, dass dein Vierbeiner in einer ruhigen Umgebung frisst. Vermeide Hektik oder Konkurrenzsituationen beim Füttern oder Angstzustände, damit der Hundemagen nicht zusätzlich belastet wird.

8. Mögliche organische Ursachen

In manchen Fällen kann Erbrechen beim Hund auch eine körperliche Ursache haben. Das ist vor allem dann möglich, wenn dein Hund sich häufiger nach dem Essen erbricht oder zusätzlich andere Symptome auftreten.

Zu den möglichen organischen Ursachen gehören:

  • Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
  • Parasiten im Verdauungssystem
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Lebererkrankungen
  • Fremdkörper im Magen oder Darm
  • Vergiftungen

Befürchtest du eine dieser Ursachen, versuche bitte, sofort einen Tierarzt zu kontaktieren. Das gilt ebenso, wenn der Hund viel würgt, ohne zu erbrechen. Stellst du zusätzlich Unruhe, Schmerzen oder starken Speichelfluss fest, kann es sich um eine Magendrehung handeln, die eine Behandlung zwingend notwendig macht.

Ist das jetzt Erbrechen oder Hochwürgen?

Viele Hundebesitzer denken zunächst, dass ihr Hund erbricht. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch manchmal um Hochwürgen. Klingt banal, doch der Unterschied ist wichtig. Denn beide Vorgänge haben verschiedene Ursachen.

Während beim Erbrechen der Magen aktiv arbeitet, passiert das Hochwürgen meist ohne große Anstrengung und kommt eher aus der Speiseröhre. Beim Erbrechen treten häufig Anzeichen wie Übelkeit, vermehrter Speichel, Schmatzen oder Würgen auf. Beim Hochwürgen fehlen diese Vorzeichen oft. Es tritt meistens direkt nach dem Trinken oder Fressen auf und das ausgewürgte Futter ist noch kaum verändert oder röhrenförmig.

Unterschied zwischen Erbrechen und Hochwürgen:

Merkmal Erbrechen Hochwürgen
Ursprung Magen Speiseröhre
Ablauf aktiver Vorgang mit Würgen passiver Vorgang
Vorbereitung oft Unruhe, Schmatzen oder Speichelfluss meist keine Vorzeichen
Futterzustand teilweise verdaut meist unverdaut
Zeitpunkt auch Stunden nach dem Fressen häufig direkt nach dem Fressen

Was du tun kannst, wenn dein Hund nach dem Essen erbricht

Was du tun kannst wenn dein Hund nach dem Essen erbricht

In vielen Fällen lässt sich das Problem bereits durch kleine Anpassungen bei der Fütterung oder beim Fressverhalten verbessern. Wichtig ist vor allem, den Magen deines Hundes zu entlasten und das Fressen ruhiger und kontrollierter zu gestalten.

Nachdem sich dein Hund nach dem Essen erbrochen hat, solltest du zunächst ruhig bleiben und ihn weiter beobachten. Achte darauf, ob zusätzlich Symptome auftreten, wie zum Beispiel:

  • Durchfall
  • Schlappheit oder Müdigkeit
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Blut im Erbrochenen

Tritt eines dieser weiteren Symptome auf, verständige sofort den Tierarzt.

Außerdem ist ein kurzer Blick auf das Hundefutter sinnvoll. Überprüfe, ob es noch haltbar ist. Länger geöffnetes Trockenfutter oder offen stehendes Nassfutter kann die Haltbarkeit beeinflussen und dazu führen, dass dein Hund verdorbenes Futter gefressen hat, welches nun den Magen reizt.

Wirkt dein Hund ansonsten aufmerksam, möchte trinken und verhält sich normal, ist einmaliges Erbrechen oft nicht dramatisch. Häufige und meist harmlose Ursachen sind zum Beispiel zu schnelles Fressen, geschluckte Luft oder eine zu große Futterportion.

Gib dem Magen deines Hundes anschließend etwas Ruhe. Verzichte für einige Stunden auf Nahrung und biete ihm nur kleine Mengen Wasser an. In manchen Fällen empfehlen Tierärzte auch eine kurze Fastenpause von bis zu 24 Stunden, damit sich der Magen beruhigen kann.

Die folgenden Maßnahmen können zusätzlich helfen, Erbrechen beim Hund zu reduzieren.

Futtermenge überprüfen

Eine der ersten Maßnahmen ist die Überprüfung der Futtermenge. Manche Hunde fressen mehr, als ihr Magen auf einmal gut verarbeiten kann. Passe die Futtermenge deshalb an Größe, Alter und Aktivitätslevel an. Zu große Portionen können den Magen überlasten und zum häufigen Erbrechen führen.

Fütterst du deinen Hund mit Trockenfutter, kann es außerdem helfen, das Futter vorher einzuweichen. Dadurch quillt es bereits vor dem Fressen auf, was den Magen entlasten und das Sättigungsgefühl verbessern kann.

Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag

Mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt können helfen, den Magen-Darm-Trakt zu entlasten. Gerade bei empfindlichen Hunden oder bei häufigerem Erbrechen kann das sinnvoll sein. Kleinere Mahlzeiten werden vom Körper oft besser vertragen und reduziert sich das Risiko, dass sich dein Hund übergibt.

Langsameres Fressen fördern

Wenn dein Hund erbricht, weil er sehr schnell frisst, kann es helfen, das Fressverhalten zu verlangsamen. Anti-Schling-Näpfe sind dafür eine einfache Lösung. Auch das Verteilen des Futters auf einem Teller oder das Verstecken kleiner Portionen kann dazu beitragen, dass dein Vierbeiner langsamer frisst und weniger Luft schluckt.

Magenfreundliche Fütterung

Eine magenfreundliche Fütterung ist ebenfalls hilfreich. Dazu gehört vor allem ein Futter ohne unverträgliche Bestandteile. Auch Hundefutter für sensible Hunde oder leicht verdauliche Futtersorten wie gekochtes Huhn mit Reis werden von vielen Hunden gut vertragen. Kurzfristig kann auch Schonkost sinnvoll sein.

Vermeide sehr fettige, verdorbene oder stark gewürzte Lebensmittel, da diese den Magen reizen können. Wenn bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter zu einer Unverträglichkeit führen, solltest du den Auslöser möglichst erkennen und vermeiden. Im Zuge der Behandlung der Futterunverträglichkeit kann eine langsame Umstellung auf besser verträgliches Futter helfen.

Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest

Wenn dein Hund häufig erbricht, weitere Symptome auftreten oder sich Beschwerden verschlimmern, solltest du unbedingt einen Tierarzt kontaktieren. Besonders bei Welpen, älteren und kranken Hunden ist Vorsicht wichtig.

Gelegentliches Erbrechen beim Hund kommt durchaus vor. Wenn er sich jedoch häufig übergibt oder zusätzlich krank wirkt, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Chronisches Erbrechen kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Auch Fremdkörper oder Vergiftungen müssen behandelt werden.

Häufiges Erbrechen ist nicht normal. Schwerwiegende gesundheitliche Probleme oder innere Verletzungen können dahinterstecken, wenn dein Hund Blut erbricht.

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