Die Geburt der Welpen ist ein aufregendes, aber auch anspruchsvolles Ereignis für jede Hündin. Und auch für Hundehalter ist die Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit intensiv. Doch mit einer guten Vorbereitung kannst du euch beide sicherer durch diese besondere Phase begleiten.
Dieser Artikel gibt dir einen verständlichen Überblick zur Geburt beim Hund, sodass du die ersten Anzeichen der Hundegeburt erkennen kannst und den typischen Verlauf der Geburtsphasen kennst. Außerdem erhältst du nützliche Tipps zur Vorbereitung und erfährst, in welchen Situationen tierärztliche Hilfe notwendig ist.
Wann geht die Geburt beim Hund los?
Die Geburt beim Hund beginnt meist nach etwa neun Wochen Trächtigkeit. Der genaue Termin kann jedoch variieren. Erkennbar ist der Beginn an frühen Anzeichen. Die Hinweise auf den bevorstehenden Wurf sind vielfältig und nicht immer sofort eindeutig. Um die Situation besser einschätzen zu können, sind eine genaue und ruhige Beobachtung hilfreich.
Erste Anzeichen vor der Geburt
Bereits einige Tage vorher zeigen sich bei vielen Hündinnen erste subtile Veränderungen. Diese können individuell unterschiedlich sein, sind für aufmerksame Halter aber oft gut erkennbar. Manche Hündinnen werden ruhiger und ziehen sich an einen geschützten Ort zurück. Andere suchen stärker die Nähe ihres Menschen.
Deutlichere Hinweise auf den großen Moment sind vermindertes Interesse am Futter und das Suchen eines abgeschirmten Platzes für das spätere Wurflager.
Diese ersten Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass es sofort losgeht. Sie zeigen aber, dass du deine Hündin jetzt besonders ruhig begleiten und genauer beobachten solltest.
Temperaturabfall, Unruhe und Nestbau
Ein klares Anzeichen für die bevorstehende Geburt ist der Abfall der Körpertemperatur. Etwa 12 bis 24 Stunden vor dem Wurf kann die normale Körpertemperatur von etwa 38 bis 39 °C auf unter 37 °C sinken. Parallel dazu zeigen viele Hündinnen mehr Unruhe, suchen häufiger ihren Halter oder beginnen mit dem Nestbau. Sie scharren in Decken oder Laken und versuchen, einen geschützten und bequemen Platz für die Ankunft ihrer Welpen zu schaffen.
Schleimpfropf, Hecheln und Futterverweigerung
Weitere wichtige Hinweise, die auf den Beginn des Geburtsverlaufs hindeuten können, sind das Abgehen des Schleimpfropfens, stärkeres Hecheln und eine Futterverweigerung.
Der Schleimpfropf verschließt während der Trächtigkeit den Gebärmutterhals und kann wenige Tage bis Stunden vorher als schleimiger Ausfluss sichtbar werden. Viele Hündinnen beginnen außerdem zu hecheln, auch wenn es nicht besonders warm ist. Manche verweigern ihr Futter ganz oder fressen deutlich weniger als sonst. Diese Kombination kann darauf hinweisen, dass die Wehen bald einsetzen.
Wie läuft eine Hundegeburt ab?
Eine Hundegeburt verläuft in drei Phasen. Dauer und Verlauf können je nach Hündin, Wurfgröße und Rasse deutlich variieren. Der gesamte Verlauf kann sich über mehrere Stunden ziehen und in manchen Fällen bis zu 24 Stunden dauern.
Der Geburtsprozess ist natürlich, aber komplex. Geduld, Ruhe und eine möglichst stressfreie Umgebung sind deshalb besonders wichtig. Er gliedert sich in die Eröffnungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase. Jede dieser Phasen hat eigene Merkmale. Der natürliche Verlauf ist bei vielen Hunden ähnlich, trotzdem solltest du immer auf individuelle Besonderheiten achten und bei Geburtskomplikationen oder Unsicherheit lieber einen Tierarzt aufsuchen.
Eröffnungsphase: Die Hundegeburt beginnt
Die Eröffnungsphase, auch Öffnungsphase genannt, ist der Beginn der eigentlichen Hundegeburt. Sie wird durch die ersten, noch unregelmäßigen Wehen gekennzeichnet. In dieser Phase beginnt sich der Gebärmutterhals zu öffnen.
Die Hündin wirkt oft unruhiger, hechelt vermehrt und sucht ihren Platz in der Wurfkiste auf. Dieser erste Teil kann sich über viele Stunden hinziehen und dauert meistens am längsten. In dieser Zeit sollte die Hündin möglichst zur Ruhe kommen und ihre Kräfte sammeln, bevor die aktiven Presswehen einsetzen.
Austreibungsphase: Der Welpe wird geboren
Die Austreibungsphase ist die eigentliche Welpengeburt. Diese Phase ist der sichtbarste Teil, denn jetzt kommen die Welpen zur Welt. Die Hündin bekommt stärkere und regelmäßigere Wehen. Dabei presst sie erkennbar. In dieser Geburtsphase reißt die äußere Fruchthülle, sodass Fruchtwasser austritt.
Der erste Welpe wird in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Platzen der Fruchtblase geboren. Er tritt dabei in der Fruchthülle aus der Vulva hervor. Sobald das Neugeborene vollständig auf der Welt ist, befreit die Hündin es meist selbstständig von den Fruchthüllen, durchtrennt die Nabelschnur und leckt es ab, um die Atmung anzuregen. In dieser Phase ist es also wichtig, ruhig zu beobachten und nur, wenn nötig, unterstützend einzugreifen.
Nachdem der erste Welpe geboren wurde, kann der Abstand bis zum nächsten variieren. Häufig vergehen zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Entscheidend ist, dass die Hündin dabei stabil wirkt und der Ablauf nicht vollständig stockt.
Nachgeburtsphase: Was nach jedem Welpen passiert
Die Nachgeburtsphase folgt unmittelbar auf jeden einzelnen Welpen. Nachdem ein Jungtier geboren wurde, stößt die Hündin die Plazenta aus. Das geschieht meistens etwa 15 Minuten nach der Welpengeburt.
Viele Hündinnen fressen die Plazenta, was ein natürliches Verhalten ist. Trotzdem solltest du im Blick behalten, ob alle Nachgeburten vollständig ausgeschieden werden. Bleiben Teile davon in der Gebärmutter zurück, kann das zu ernsten Problemen führen.
Nach dem Wurf sollten die Neugeborenen möglichst bald bei der Mutter liegen, Wärme bekommen und das erste Mal Milch saugen. Das erste Saugen ist wichtig, damit die Welpen Colostrum aufnehmen und die Bindung zur Mutter beginnt.
In dieser Phase ist deine Aufgabe, die Anzahl der ausgeschiedenen Nachgeburten mitzuzählen und gleichzeitig zu beobachten, ob die Welpen aktiv genug wirken.
Auch in den folgenden Wochen solltest du die Neugeborenen weiter beobachten und sie je nach Alter und tierärztlicher Empfehlung untersuchen, entwurmen und impfen lassen. Zieht ein Welpe später in ein neues Zuhause ein, beginnt für den neuen Halter eine weitere wichtige Phase. In dieser steht auch der erste eigene Tierarztbesuch mit dem Welpen an.
Was braucht man für die Geburt der Welpen?
Um deiner Hündin Unterstützung zu bieten, solltest du vorbereitet sein. Für die Geburt der Welpen helfen ein ruhiger Platz, saubere Tücher, Wärme und ein Notfallplan mit erreichbarer Tierarztpraxis.
Deine ruhige Ausstrahlung kann für sie ebenso wertvoll sein. Beobachte sie aufmerksam, greife aber nur ein, wenn es wirklich nötig ist oder es vorher mit einem Tierarzt abgesprochen wurde. Grundsätzlich kannst du auf den Instinkt deiner Hündin vertrauen und ihr das auch signalisieren. Deine wichtigste Aufgabe ist es, eine sichere, saubere und möglichst stressfreie Umgebung zu schaffen.
Ruhiger Geburtsplatz und Wurfkiste
Ein ruhiger und vorbereiteter Geburtsplatz ist entscheidend für einen möglichst entspannten Ablauf. Richte am besten schon einige Tage vor dem erwarteten Termin eine Wurfkiste ein. Sie sollte an einem warmen, zugluftfreien und ungestörten Ort stehen. In der Praxis ist das häufig ein Platz in der Nähe des Hundebettes. Dieser ist vertraut und riecht bekannt.
Die Wurfkiste sollte so beschaffen sein, dass deine Hündin bequem liegen kann und die Welpen nicht herausfallen können. Gleichzeitig sollte genug Platz zum Bewegen vorhanden sein. Ein vertrauter, geschützter Ort hilft ihr, sich sicher zu fühlen und die Hundegeburt ruhiger zu durchleben.
Tücher, Wärme und wichtige Utensilien
Für die Geburt der Welpen solltest du einige wichtige Utensilien bereitlegen. Praktisch sind vor allem diese Dinge:
- saubere Tücher oder Laken als wechselbare Unterlage für die Wurfkiste
- eine geeignete Wärmequelle für die Neugeborenen
- eine Waage zum regelmäßigen Wiegen
- Desinfektionsmittel und saubere Hilfsmittel
- eine gut erreichbare Tierarzt-Nummer
Als Wärmequelle eignen sich eine Rotlichtlampe oder ein Wärmekissen. Beides kann helfen, neugeborene Welpen warmzuhalten. Setze die Wärmequelle aber nur vorsichtig ein, wenn die Hündin kurzzeitig die Wurfkiste verlässt oder der nächste Welpe auf sich warten lässt. Welpen dürfen allerdings nicht überhitzen. Sorge also dafür, dass sie der Wärme immer ausweichen können.
Eine sterile Schere zum Durchtrennen der Nabelschnur sollte nur dann bereitliegen, wenn du vorher mit deiner Tierarztpraxis besprochen hast, wann und wie sie im Notfall verwendet werden darf.
Wann solltest du bei der Hundegeburt den Tierarzt rufen?
Die Hundegeburt läuft in vielen Fällen natürlich und ohne Vorfälle ab. Doch Komplikationen, ein deutlich überschrittener Geburtstermin oder ungewöhnliche Anzeichen können auftreten. In solchen Fällen ist schnelle tierärztliche Hilfe wichtig. Damit du reagieren kannst, solltest du die Warnsignale kennen.
Starke Presswehen ohne Fortschritt
Ein besorgniserregendes Zeichen während der Austreibungsphase ist es, wenn deine Hündin über längere Zeit starke, sichtbare Presswehen hat, aber kein Welpe geboren wird. Besonders wenn nach 30 bis 60 Minuten deutlicher Presswehen kein Fortschritt erkennbar ist, solltest du sofort den Tierarzt kontaktieren. Das kann darauf hindeuten, dass ein ungeborener Welpe ungünstig liegt, feststeckt oder der Ablauf aus anderen Gründen nicht weitergeht.
Welpe steckt fest oder die Geburt stockt
Wenn ein Welpe sichtbar in der Vulva oder Scheide der Hündin stecken bleibt und deine Hündin ihn trotz starker Wehen nicht herauspressen kann, ist das ein Notfall. Auch wenn der Geburtsverlauf nach einem Welpen für längere Zeit vollständig stockt und keine weiteren Wehen auftreten, solltest du tierärztlichen Rat einholen. Ein feststeckender Welpe kann zu Sauerstoffmangel beim betroffenen Jungtier und zu weiteren Komplikationen führen. Der Tierarzt kann dann beurteilen, ob eine einfache Geburtshilfe ausreicht oder ob Hündin und Nachwuchs per Kaiserschnitt versorgt werden müssen.
Auffälliger Ausfluss oder Nachblutung
Auffälliger Ausfluss während des Geburtsverlaufs sollte immer ernst genommen werden. Dunkelgrünes oder schwarzes Fruchtwasser, bevor der erste Welpe geboren wurde, kann ebenso ein Warnsignal sein. Leichter Ausfluss danach kann vorkommen, aber er sollte nicht stark, übel riechend oder mit einem deutlich schlechten Allgemeinzustand der Hündin verbunden sein.
Auch eine ungewöhnlich starke Blutung oder eine anhaltende, auffällige Nachblutung nach dem Wurf sollte abgeklärt werden. In solchen Fällen ist es ratsam, sofort die Tierarztpraxis oder den Notdienst zu kontaktieren.
Schwäche und Erschöpfung
Wenn deine Hündin während der Hundegeburt extrem schwach, ungewöhnlich erschöpft oder teilnahmslos wirkt, solltest du nicht abwarten. Auch wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, ist ein Anruf beim Tierarzt ratsam. Besonders eine geschwächte Hündin kann Schwierigkeiten haben, die Geburt zu beenden. Deshalb benötigt sie möglicherweise Unterstützung. Dein Urteilsvermögen ist in dieser Phase sehr wichtig. Wenn du unsicher bist, hole lieber frühzeitig fachlichen Rat ein.
Über den Autor Danny
Heute begleitet er über 360 Hundebesitzer auf dem Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Hundeleben.
Sein Ziel ist es, Hundebesitzern verständlich zu zeigen, worauf es im Alltag mit ihren Vierbeinern wirklich ankommt. Dabei möchte er ohne komplizierte Fachbegriffe und leicht nachvollziehbar als Ratgeber zur Seite stehen – mit Herz, Erfahrung und ehrlicher Leidenschaft.

