Dein Hund zeigt plötzlich seltsame Reaktionen nach dem Füttern? Eine Futterunverträglichkeit könnte die Ursache sein. Keine Sorge, viele Hunde haben damit zu kämpfen und es gibt effektive Wege zu helfen.
Hier erhältst du eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, was zu tun ist, wenn dein Hund auf bestimmte Inhaltsstoffe im Futter reagiert.
1. Anzeichen einer Futtermittelunverträglichkeit erkennen
Es ist wichtig, die Symptome einer Futterunverträglichkeit frühzeitig zu erkennen, um deinem Hund schnell helfen zu können. Sie können vielfältig sein und äußern sich nicht bei jedem Vierbeiner gleich. Achte auf subtile Veränderungen im Verhalten und körperliche Anzeichen, die auf eine Unverträglichkeit hindeuten könnten.
Eine genaue Beobachtung ist der erste Schritt zur Diagnose und zur Linderung der Beschwerden deines Hundes. Typische Anzeichen einer Futterallergie oder Futtermittelunverträglichkeit beim Hund können Juckreiz, Hautrötungen, Haarausfall oder Ohrenentzündungen sein.
Darüber hinaus können Verdauungsprobleme auftreten. Manchmal frisst der Hund auch vermehrt Gras oder zeigt Appetitlosigkeit, was auf eine Unverträglichkeit hinweisen kann.
2. Diagnose durch einen Tierarzt
Jegliches Unwohlsein kann eine erhebliche Belastung für das Wohlbefinden deines vierbeinigen Freundes darstellen. Symptome wie Juckreiz, Durchfall oder Erbrechen beim Hund sind häufige Anzeichen, dass er möglicherweise nicht alle Inhaltsstoffe in seinem Hundefutter verträgt. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um herauszufinden, welche Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie vorliegt und um geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Um die Ursachen zu diagnostizieren, ist es ratsam, einen tierärztlichen Rat aufzusuchen. Eine gründliche Anamnese, bei der du alle Beobachtungen und Hinweise schilderst, ist für den Arzt sehr hilfreich. Er wird dir Fragen stellen und herausfinden wollen, ab wann die Anzeichen auftreten und ob es kürzlich Änderungen bei der Ernährung gab.
Häufig wird anschließend eine Ausschlussdiät oder Eliminationsdiät empfohlen, bei der bestimmte Nahrungsmittel über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen vermieden werden. Beobachtungen, ob sich der Zustand des Hundes verbessert und die Erfahrungen des Tierarztes, führen in vielen Fällen am schnellsten zu einer verlässlichen Diagnose. Das Unwohlsein deines Hundes hat ein Ende.
Durchführung einer Eliminationsdiät
Eine Eliminationsdiät, auch Ausschlussdiät genannt, ist ein wichtiger Schritt, um eine Futterunverträglichkeit beim Hund zu diagnostizieren. Die Eliminationsdiät dauert in der Regel 8-12 Wochen.
Diese Diät beinhaltet das Füttern einer speziellen Nahrung, die nur sehr wenige Futterbestandteile enthält, welche der Hund bisher noch nicht gefressen hat. Ziel ist es, das Immunsystem des Hundes zu beruhigen und zu beobachten, ob die Indikatoren verschwinden.
Während der Eliminationsdiät darf der Hund keinerlei andere Futtermittel, Leckerlis oder Kauartikel erhalten, da dies die Ergebnisse verfälschen könnte. Eine typische Diät besteht aus einer einzigen Proteinquelle wie Pferd, Ziege, Känguru oder Strauß. Das Ziel ist es, das Tier mit einem sogenannten Novel Protein zu ernähren. Dabei handelt es sich um ein Protein, das er noch nie gefressen hat.
Als Kohlenhydratquelle eignen sich Kartoffel oder Süßkartoffel. Bitte die Diät konsequent durchführen und alle Fortschritte und Veränderungen der Anhaltspunkte genau dokumentieren, damit der Tierarzt die Futtermittelunverträglichkeit beim Hund diagnostizieren kann.
Tests zur Diagnose bei Futtermittelunverträglichkeiten
Neben der Eliminationsdiät gibt es auch verschiedene Tests, die zur Diagnose einer Futterunverträglichkeit beim Hund eingesetzt werden können. Allerdings seien in diesem Zusammenhang Studien, wie die Bethlehem-Studie, zu erwähnen, die zeigen, dass spezielle Tests wie der Patch-Test hilfreich sein können. Diese allein reichen aber nicht für eine sichere Diagnose aus. Die deutsche Untersuchung erreichte beim Patch-Test lediglich eine Spezifität von ≈ 88 %.
Weitere Diagnoseverfahren können Bluttests und Hauttests sein. Diese sind jedoch nicht immer zuverlässig. Bluttests können Antikörper gegen bestimmte Allergene im Futtermittel nachweisen, aber sie sind oft nicht spezifisch genug, um eine genaue Diagnose zu stellen. Hauttests, bei denen kleine Mengen von Allergenen in die Haut injiziert werden, können ebenfalls Hinweise auf eine Futtermittelallergie geben. Doch auch diese sind nicht immer eindeutig.
Die zuverlässigste Methode zur Diagnose einer Futterunverträglichkeit beim Hund bleibt die Eliminationsdiät, gefolgt von einer Provokationsfütterung, bei der nach erfolgreicher Diät einzelne Futtermittel wieder eingeführt werden. Das dient dem Beobachten, ob die Merkmale der Erkrankung erneut auftreten.
3. Auswahl des richtigen Futters bei Futtermittelunverträglichkeit
Nach erfolgreicher Ausschlussdiät beim Hund und Identifizierung der unverträglichen Bestandteile geht es darum, ein geeignetes Hundefutter zu finden. Es gibt verschiedene Optionen, die sich eignen.
Hundebesitzer haben darauf zu achten, dass das Futter keine der zuvor identifizierten Auslöser enthält. Achte auf eine klare Deklaration der Inhalte und wähle ein Futter, das speziell auf die Bedürfnisse von Hunden mit Unverträglichkeiten zugeschnitten ist.
Wenn dir bekannt ist, dass dein Hund auf eine Futtermittelunverträglichkeit reagiert, ist ein Nassfutter die bessere Wahl. Durch die Feuchtigkeit ist es leichter verdaulich. Außerdem entspricht es eher dem Vorbild der natürlichen Beute. So ist der Verdauungsstrakt eher auf Nassfutter angepasst.
Was füttern bei einer Futterunverträglichkeit?
Monoprotein-Futter enthalten nur eine einzige Fleischsorte als Proteinquelle, was das Risiko von Reaktionen reduziert. Hypoallergenes Futter ist speziell aufbereitet, oft durch Hydrolyse, wobei die Proteine in kleinere Bestandteile zerlegt werden, um das Allergierisiko zu minimieren. Beide Varianten sind gute Optionen, wenn dein Hund eine Futterallergie hat oder Futter nicht verträgt. Bei der Auswahl solltest du besonders auf folgende Aspekte achten:
- dass das Futter keine unnötigen Zusatzstoffe enthält
- dass kein Getreide enthalten ist, auf das dein Hund reagieren könnte
Eine weitere Möglichkeit ist selbstgekochtes Futter oder BARF. Hier hast du die volle Kontrolle über die Futterbestandteile und kannst sicherstellen, dass dein Liebling nur das bekommt, was er gut verträgt. Diese Optionen erfordern jedoch eine sorgfältige Planung und Kenntnisse über die Ernährungsbedürfnisse. Dafür aber hast du die freie Wahl bei Fleischsorten.
4. Darmgesundheit aufbauen
Eine gestörte Darmflora kann Unverträglichkeiten beim Hund begünstigen und die Krankheit verstärken. Daher ist es wichtig, die Darmgesundheit deines Vierbeiners zu unterstützen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Verdauung zu stabilisieren und das Immunsystem zu stärken. Eine gezielte Unterstützung kann dazu beitragen, dass dein Hund das Futter schneller und vor allen Dingen besser verträgt und sich wohler fühlt.
Probiotika und ihre Vorteile
Probiotika, wie z. B. Milchsäurebakterien, können helfen, die Darmflora beim Hund wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sie fördern das Wachstum guter Bakterien und können so die Verdauung verbessern.
Eine gesunde Darmflora ist wichtig für ein starkes Immunsystem, da ein Großteil der Immunzellen im Darm sitzt. Durch die Gabe von Probiotika kannst du deinem Freund zu Hause helfen, die Leiden zu lindern und die Nährstoffaufnahme zu verbessern. Achte darauf, dass die Probiotika speziell für Hunde geeignet sind.
Omega-3-Fettsäuren zur Entzündungslinderung
Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und können helfen, Hautreizungen und Juckreiz beim Hund zu reduzieren, die oft mit einer Futterallergie einhergehen. Sie können auch die Darmgesundheit unterstützen und die Verdauung verbessern.
Du kannst Omega-3-Fettsäuren über das Futter oder als Nahrungsergänzungsmittel geben. Sprich dich hierzu unbedingt beim Tierarzt oder einem Apotheker ab, um die richtige Dosierung zu finden.
Ballaststoffe für eine stabile Verdauung
Ballaststoffe, wie z.B. Flohsamenschalen, können die Verdauung beim Hund regulieren und bei Durchfall oder Verstopfung helfen. Sie binden Wasser im Darm und sorgen für eine bessere Kotkonsistenz.
Ballaststoffe können auch das Wachstum guter Bakterien im Darm fördern und so die Darmflora unterstützen. Achte darauf, dass du die Ballaststoffe langsam ins Futter einführst, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
5. Vorbeugung und Vermeidung häufiger Auslöser
Um zukünftigen Futterunverträglichkeiten beim Hund vorzubeugen, musst du die Auslöser kennen, um den Nahrungsbestandteil zu vermeiden. Daher ist dieser Schritt der letzte in der Anleitung. Viele Hunde reagieren allergisch auf bestimmte Bestandteile im Futter. Durch die bewusste Auswahl des Hundefutters und die Vermeidung von potenziell problematischen Zutaten, beugst du künftige Probleme schlicht vor, weil du sie aus dem Weg gehst. Die Folge ist ein beschwerdefreies Hundeleben.
Achte also auf die Deklaration auf der Verpackung und wähle ein Futter, das frei von diesen potenziellen Allergenen ist. Wenn die Summe aller Angaben auf dem Inhaltsverzeichnis nicht genau 100 % ergibt, meide unbedingt das Futter.
Zusatzstoffe und ihre Auswirkungen
Auch künstliche Aromen, Farbstoffe und Konservierungsmittel können bei manchen Haustieren zu Unverträglichkeiten führen. Zudem sind diese Zusatzstoffe oft unnötig und können das Immunsystem belasten. Wähle möglichst naturbelassene Futtersorten ohne künstliche Zusätze, um das Risiko von allergischen Reaktionen zu minimieren. Eine transparente Deklaration der Inhaltsstoffe ist hier besonders wichtig.
Tipps beim neuen Speiseplan und für die Fütterung
Um einer Futterunverträglichkeit beim Hund vorzubeugen, solltest du auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Fütterung achten. Führe neue Futtersorten im Speiseplan nur langsam ein, um den Verdauungstrakt deines Hundes nicht zu überlasten. Vermeide ebenfalls häufige Futterwechsel und achte direkt auf eine hohe Qualität des Futters.
Über den Autor Danny
Heute begleitet er über 360 Hundebesitzer auf dem Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Hundeleben.
Sein Ziel ist es, Hundebesitzern verständlich zu zeigen, worauf es im Alltag mit ihren Vierbeinern wirklich ankommt. Dabei möchte er ohne komplizierte Fachbegriffe und leicht nachvollziehbar als Ratgeber zur Seite stehen – mit Herz, Erfahrung und ehrlicher Leidenschaft.

