Wie viel trinkt ein Hund am Tag

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die Gesundheit deines Hundes wichtig. Seine tägliche Trinkmenge hängt unter anderem von Körpergewicht, Fütterung, Bewegung und Wetter ab. Eine Untersuchung zeigt, wie stark sich die Menge bei Trocken- und Nassfutter unterscheiden kann.

In diesem Artikel erfährst du, wie du Wasserbedarf und Trinkmenge richtig einordnest und woran du erkennst, ob dein Hund zu wenig oder zu viel Flüssigkeit aufnimmt.

Wie viel Wasser braucht ein Hund pro Tag?

Der Wasserbedarf hängt vor allem von dem Körpergewicht ab. Als grobe Faustregel gilt, dass ein Hund pro Tag etwa 50 bis 70 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht benötigt. Ein 20 kg schwerer Hund kommt damit auf einen täglichen Wasserbedarf von ungefähr 1 bis 1,4 Litern.

Um dir eine bessere Vorstellung davon zu geben, wie hoch der tägliche Wasserbedarf ungefähr ist, hilft dir diese kleine Tabelle:

Körpergewicht des Hundes Bedarf an Wasser pro Tag
5 kg 250–350 ml
10 kg 500–700 ml
20 kg 1000–1400 ml
30 kg 1500–2100 ml
40 kg 2000–2800 ml
50 kg 2500–3500 ml

Beachte, dass dies nur Richtwerte sind und der tatsächliche Wasserbedarf deines Hundes aufgrund von anderen Faktoren abweichen kann.

Wie viel davon dein Hund tatsächlich aus dem Napf trinken muss, hängt vor allem vom Futter ab. Bei Trockenfutter muss ein großer Teil des Wasserbedarfs über das Trinkwasser gedeckt werden. Nassfutter enthält dagegen bereits viel Flüssigkeit, sodass Hunde damit häufig deutlich weniger zusätzlich trinken.

Wie groß dieser Unterschied sein kann, zeigte eine Untersuchung an Hunden. Bei Dosenfutter mit einem Wassergehalt von 74 % lag die durchschnittliche Trinkmenge bei etwa 24 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Wurde stattdessen vergleichbares Trockenfutter gefüttert, stieg sie auf rund 62 ml pro Kilogramm. Ein 20 kg schwerer Hund würde in diesem Beispiel also ungefähr 480 ml beziehungsweise 1,24 Liter zusätzlich trinken. Die Werte zeigen, wie stark die Fütterungsart die tatsächliche Trinkmenge beeinflussen kann.

Wovon hängt die Trinkmenge noch ab?

Wie viel ein Hund trinkt, hängt nicht nur vom Körpergewicht und der Futterart ab. Auch die Aktivität, äußere Faktoren wie dem Wetter und das Alter beeinflussen, wie hoch der tägliche Bedarf an Trinkwasser tatsächlich ist.

An warmen Tagen oder nach intensiver Bewegung benötigt dein Hund mehr Wasser als sonst. Vor allem im Sommer, nach langen Spaziergängen oder beim Spielen kann der Flüssigkeitsbedarf deutlich steigen. Auch Hecheln erhöht den Wasserverlust, weil darüber die Körpertemperatur reguliert wird. Achte deshalb besonders nach körperlicher Anstrengung und bei Hitze auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und darauf, wie dein Vierbeiner mit der Wassermenge umgeht.

Auch das Alter kann die Trinkmenge beeinflussen. Welpen haben durch ihr Wachstum und ihren aktiveren Stoffwechsel oft einen höheren Wasserbedarf pro Kilogramm Körpergewicht als erwachsene Hunde. Bei älteren Hunden kann sich das Trinkverhalten ebenfalls verändern. So kann es durchaus vorkommen, dass sie weniger trinken. Deutliche oder anhaltende Veränderungen solltest du jedoch nicht einfach dem Alter zuschreiben.

Woran erkennst du, dass dein Hund zu wenig trinkt?

Hund trinkt zu wenig

Wenn dein Hund dauerhaft zu wenig Flüssigkeit trinkt, kann sich das an verschiedenen körperlichen Veränderungen zeigen. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Menge im Wassernapf, sondern auch der allgemeine Zustand deines Hundes.

Ob die Flüssigkeitszufuhr ausreicht, lässt sich oft an mehreren kleinen Anzeichen erkennen. Mögliche Hinweise auf eine Dehydration sind:

  • trockenes oder klebriges Zahnfleisch
  • nachlassende Hautelastizität
  • ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche
  • trockene oder eingesunken wirkende Augen
  • verminderter Appetit

Die Hautelastizität kannst du grob prüfen, indem du vorsichtig eine Hautfalte im Schulter- oder Nackenbereich anhebst und wieder loslässt. Bei einem gut mit Flüssigkeit versorgten Hund kehrt die Haut normalerweise schnell in ihre Ausgangsposition zurück. Bleibt sie länger stehen, kann das auf Flüssigkeitsmangel hindeuten.

Was tun, wenn dein Hund nicht genug trinkt?

Wenn ein Hund zu wenig trinkt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihn zum Trinken zu animieren. Biete ihm frisches Wasser in mehreren Näpfen an verschiedenen Orten an. Du kannst auch versuchen, das Trinkwasser schmackhafter zu machen. Welche Getränke Hunde außer Wasser trinken dürfen, hängt vom Einzelfall ab. Manchmal kommen zum Beispiel etwas Brühe oder der Saft aus Nassfutter infrage.

Bei Hunden, die generell sehr wenig trinken, kannst du außerdem Trockenfutter mit Wasser einweichen oder vermehrt auf Nassfutter umsteigen. Dadurch erhöht sich die Flüssigkeitsaufnahme über das Futter. Trinkt dein Hund jedoch plötzlich deutlich weniger als gewöhnlich oder zeigt weitere Auffälligkeiten, solltest du die Ursache beim Tierarzt abklären lassen.

Wann trinkt ein Hund zu viel?

Hund trinkt zu viel

Es gibt keine pauschale Antwort darauf, ab wann ein Hund zu viel trinkt. Die normale Trinkwassermenge variiert individuell. Deshalb findest du in Ratgebern oft etwas unterschiedliche Richtwerte. Als grobe Richtlinie gilt jedoch, wenn der Hund plötzlich deutlich mehr als 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag trinkt, solltest du hellhörig werden.

Viel Trinken zeigt sich oft nicht nur am Wassernapf. Auch Veränderungen beim Urinieren oder im allgemeinen Verhalten können wichtige Hinweise sein:

  • Dein Hund läuft ständig oder auffällig oft zum Napf
  • Er trinkt deutlich mehr Wasser als sonst
  • Er muss häufiger urinieren als gewöhnlich.
  • Er setzt auch nachts vermehrt Urin ab
  • Er wird plötzlich unsauber oder lässt ungewöhnlich große Mengen Urin
  • Zusätzlich treten Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall auf

Beobachte das Trinkverhalten und das allgemeine Wohlbefinden deines Hundes immer im Zusammenhang. Vor allem eine plötzliche Veränderung ist oft auffälliger als eine Trinkmenge, die schon länger so besteht.

Mögliche Ursachen für übermäßiges Trinken

Es gibt verschiedene Ursachen dafür, dass ein Hund mehr trinkt als normal. Eine mögliche Ursache ist Diabetes mellitus, auch bekannt als Zuckerkrankheit. Auch Nierenerkrankungen, Leberprobleme und bestimmte hormonelle Störungen können zu vermehrtem Durst führen. Manche Medikamente erhöhen als Nebenwirkung den Wasserbedarf. Daneben kommen auch psychische Auslöser wie Stress infrage.

Wenn dein Hund ungewöhnlich viel trinkt, solltest du ihm deswegen das Wasser nicht eigenmächtig wegnehmen oder begrenzen. Vermehrter Durst kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und eine Einschränkung der Wasseraufnahme kann problematisch werden. Lass die Ursache stattdessen beim Tierarzt abklären.

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