Dürfen Hunde Sauerkraut essen? Wirkung, Menge und Zubereitung

Sauerkraut Hund

Sauerkraut ist fermentierter Weißkohl und vor allem als traditionelle Beilage bekannt. Ob es für deinen Hund geeignet ist, hängt jedoch von der Zubereitung, der Menge und seiner individuellen Verträglichkeit ab.

Aus meiner Erfahrung als Hundeernährungsberater reagieren Hunde sehr unterschiedlich auf fermentierte Lebensmittel. Sie können die Verdauung positiv beeinflussen, aber bei empfindlichen Hunden auch zu Verdauungsproblemen führen.

In diesem Artikel erfährst du, welche Nährstoffe Sauerkraut enthält, welche Nebenwirkungen auftreten können und wofür es eingesetzt wird. Außerdem bekommst du Tipps zur passenden Zubereitung und dazu, wie viel Kraut bei der ersten Fütterung angemessen ist.

Vertragen Hunde Sauerkraut?

Hunde dürfen Sauerkraut essen. In kleinen Mengen ist es generell verträglich und kann eine Ergänzung zur Ernährung sein.

Sauerkraut enthält Ballaststoffe sowie unter anderem Vitamin C, Vitamin K und verschiedene Mineralstoffe. Unpasteurisiertes Sauerkraut kann lebende Milchsäurebakterien enthalten, die möglicherweise die Darmflora im Hundedarm beeinflussen.

Ob das Kraut gut für deinen Hund ist, hängt jedoch davon ab, wie gut er es verträgt. Grundsätzlich ist es nicht schädlich. Da aber Kohl und fermentierte Lebensmittel meist nicht zur gewohnten Ernährung eines Hundes gehören, reagieren einige Vierbeiner empfindlich darauf.

Wirkung auf Verdauung und Darmflora

Bei der Fermentation entstehen Milchsäure und verschiedene Bakterienkulturen. Besonders die Milchsäurebakterien im rohen Kraut können probiotische Eigenschaften besitzen und damit die Darmgesundheit unterstützen. Ob daraus eine messbare probiotische Wirkung entsteht, lässt sich jedoch nicht pauschal vorhersagen.

Mikrobiologische Untersuchungen bestätigen, dass sich die Bakteriengemeinschaft im Sauerkraut während der Fermentation entwickelt und stabilisiert. Das belegt das Vorkommen lebender Kulturen im Kraut, aber noch keine bestimmte gesundheitliche Wirkung beim Hund.

Die Ballaststoffe können die Darmtätigkeit sowie Kotmenge und Kotkonsistenz beeinflussen. Bei einigen Hunden kann das den Kotabsatz erleichtern. Zudem trägt das enthaltene Vitamin C zum Nährstoffprofil bei und übernimmt im Körper verschiedene Aufgaben, unter anderem im Immunsystem. Eine gezielte Darmsanierung ersetzt es allerdings nicht.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Trotz der enthaltenen Nährstoffe sind Nebenwirkungen möglich. Insbesondere bei einer zu großen Menge oder einer falschen Zubereitung können Verdauungsprobleme auftreten. Das gilt besonders, wenn ihr Verdauungssystem nicht an Kohl, Säure oder fermentierte Lebensmittel gewöhnt ist.

Zu den möglichen Nebenwirkungen bei Hunden gehören:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • weicher Kot
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen

Sollten sehr starke Nebenwirkungen auftreten, kontaktiere bitte deinen Tierarzt.

Wofür wird Sauerkraut beim Hund eingesetzt?

Viele Hundehalter kennen Sauerkraut vor allem als Hausmittel bei Verstopfung oder einem verschluckten Fremdkörper. Ob es im Einzelfall eingesetzt werden kann, hängt jedoch von der Ursache der Beschwerden und dem Zustand deines Hundes ab.

Abführende Wirkung bei Verstopfung

Sauerkraut kann beim Hund abführend wirken. Hauptsächlich ist das auf den hohen Ballaststoffgehalt zurückzuführen, der eine träge Verdauung anregen kann. Kleine Mengen machen den Stuhl weicher, wodurch sich einer leichten Verstopfung vorbeugen lässt. Die probiotischen Eigenschaften des rohen, unpasteurisierten Sauerkrauts können zudem die Darmflora beeinflussen und einen gesunden Darm unterstützen.

Als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden sollte Sauerkraut dennoch vorsichtig eingesetzt werden, da die abführende Wirkung nicht genau vorhersehbar ist. Bei einer plötzlich auftretenden oder wiederkehrenden Verstopfung sollte zuerst geklärt werden, ob eine Erkrankung dahintersteckt.

Anwendung bei verschluckten Fremdkörpern

Ein häufiger Einsatzbereich bei Hunden ist die Unterstützung beim Ausscheiden von verschluckten Fremdkörpern. Die langen Krautfasern sollen den Gegenstand umhüllen, dadurch die Passage durch den Verdauungstrakt erleichtern und die Schleimhäute schützen.

Allerdings empfiehlt sich der Einsatz lediglich nach Rücksprache mit einem Tierarzt. So lässt sich klären, ob der Fremdkörper zu groß, scharf oder auf andere Weise gefährlich ist. Denn Sauerkraut bietet keine Garantie dafür, dass jeder Fremdkörper ohne Komplikationen ausgeschieden wird.

Keine Hilfe bei Vergiftungen

Sauerkraut hilft nicht gegen eine Vergiftung beim Hund. Es ist kein Gegenmittel und neutralisiert auch keine giftigen Stoffe. Selbst eine beschleunigte Verdauung würde nicht gewährleisten, dass der aufgenommene Giftstoff schneller oder vollständig aus dem Körper gelangt. Bei Verdacht auf eine Vergiftung solltest du immer umgehend einen Tierarzt kontaktieren.

Welches Sauerkraut dürfen Hunde essen?

Hund Sauerkraut roh oder gekocht

Naturbelassenes Sauerkraut ohne Zusätze ist für Hunde am besten geeignet. Es sollte möglichst nur aus fermentiertem Weißkohl und einer geringen Menge Salz bestehen. Eine gewürzte Beilage oder ein fertiges Sauerkrautgericht ist dagegen nicht geeignet.

Grundsätzlich darf dein Hund auch fertiges Sauerkraut aus Glas oder Dose essen. Ob es sich eignet, hängt weniger von seiner Verpackung als von der Herstellung ab. In Fertigprodukten gibt es allerdings häufig Zutaten, die ungeeignet, schädlich oder sogar giftig sein können. Deshalb solltest du bestimmte Inhaltsstoffe meiden. Verzichte auf Produkte mit:

  • Zwiebeln, Knoblauch oder anderen Lauchgewächsen
  • Wein oder anderen alkoholischen Zutaten
  • Speck und stark gewürzten Fleischbestandteilen
  • großen Mengen Salz
  • Zucker
  • viel Essig
  • starken Gewürzen
  • ganzen Blättern wie Lorbeer

Roh, pasteurisiert oder gekocht?

Ob Sauerkraut roh, pasteurisiert oder gekocht ist, beeinflusst seine Inhaltsstoffe und seine Verträglichkeit. Rohes, unpasteurisiertes Kraut enthält noch viele Milchsäurebakterien, denen probiotische Eigenschaften zugeschrieben werden. Pasteurisiertes und gekochtes Kraut wurde dagegen erhitzt und enthält deshalb meist deutlich weniger oder keine lebenden Kulturen mehr. Dabei können außerdem Teile der hitzeempfindlichen Vitamine verloren gehen.

Wie viel Sauerkraut darf ein Hund essen?

wie viel Sauerkraut darf ein Hund essen

Die passende Menge hängt von Größe und Verträglichkeit deines Hundes ab. Um unerwünschte Reaktionen wie Durchfall oder Blähungen zu vermeiden, beginne mit einer kleinen Probierportion und beobachte die Verdauung.

Eine Orientierung für die erste Fütterung ist:

  • kleiner Hund: etwa 0,5 bis 1 Teelöffel
  • mittelgroßer Hund: etwa 1 Esslöffel
  • großer Hund: etwa 1 bis 2 Esslöffel

Die Angaben sind vorsichtige Orientierungswerte und keine feste Tagesdosis.

Die erste Portion dient als Testlauf für die individuelle Reaktion deines Hundes. Erst wenn er das Kraut gut verträgt, kannst du die Menge vorsichtig anpassen. Es sollte dabei aber immer nur eine kleine Ergänzung zur normalen Ernährung bleiben.

So gelingt die erste Fütterung

Die Art und Weise, wie du deinem Hund Sauerkraut gibst, beeinflusst Akzeptanz und Verträglichkeit. Das Kraut sollte gut abgetropft sein. Gegebenenfalls kannst du es vorher kurz abspülen. Am besten mischst du es danach unter das gewohnte Futter deines Hundes. Für das Untermischen kannst du längere Krautfasern vorher etwas zerkleinern oder pürieren.

Auf den Geruch und Geschmack reagieren Hunde individuell. Manche Vierbeiner lieben die Abwechslung. Doch es kann ebenso sein, dass dein Hund Sauerkraut nicht sofort essen möchte. Auch deshalb solltest du mit einer kleinen Menge beginnen und diese nur bei guter Akzeptanz und Verträglichkeit vorsichtig anpassen.

Wie oft dürfen Hunde Sauerkraut essen?

Wie häufig Hunde Sauerkraut essen dürfen, hängt vom individuellen Bedarf und der Verträglichkeit ab. Wenn dein Hund das Kraut gut verträgt, kannst du ihm ein- bis zweimal pro Woche eine kleine Menge geben. Für die Darmgesundheit ist jedoch eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung wichtiger als die häufige Fütterung eines einzelnen fermentierten Lebensmittels. Eine dauerhafte tägliche Fütterung größerer Mengen ist nicht empfehlenswert, da sie Durchfall, Blähungen oder andere Verdauungsprobleme verursachen kann.

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